Stimmungsbericht von der Messe Online Marketing Düsseldorf 2004
Strohhalm Datenautobahn

Der Aufschwung im Online-Werbemarkt lässt auf sich warten. Zwar sind die Anzeigenformate raffiniert und die Reichweitendaten hervorragend, doch die Werbekunden beißen einfach nicht an. Die Internet-Werbebranche setzt ihre ganze Hoffnung nun auf die steigende Zahl der Breitbandanschlüsse. Ein Stimmungsbericht von der Messe Online Marketing Düsseldorf 2004.

DÜSSELDORF. „Wir sind gut, bemerkt es doch endlich.“ Diesen Satz würde die Internet-Branche den Werbetreibenden gerne entgegenschmettern. An Selbstsicherheit fehlt es den Website-Betreibern und Online-Vermarktern wirklich nicht - das ist auf der am Donnerstag zu Ende gegangen Online Marketing Düsseldorf deutlich geworden. Es fehlt nur an Werbekunden. Und das schon seit Jahren. Nicht einmal drei Prozent des Umsatzes auf dem deutschen Werbemarkt, so hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft errechnet, wird online gemacht. Selbst in Plakate stecken die werbetreibenden Unternehmen mehr Geld, von Printmedien oder Fernsehen ganz zu schweigen.

Das ist für die Online-Werber umso unverständlicher, als sie in diversen eigenen Studien herausgefunden haben, dass die Menschen häufiger das Internet nutzen als Zeitschriften. Laut European Interactive Advertising Association zwackt der Europäer inzwischen zehn Prozent seiner „Medienzeit“ fürs Internet ab, für Zeitschriften sind es nur acht Prozent. Horst Stipp, Marketing-Direktor beim US-Fernsehsender NBC, brachte die Stimmung der versammelten Internet-Werbegemeinde bei einer Podiumsveranstaltung auf den Punkt: „Print ist überbelegt und online fehlt’s.“ Beifälliges Nicken.

Als Vertreter der gescholtenen Werbekunden saß Klaus Zimmer auf dem Podium, bei der Vereins- und Westbank fürs E-Business zuständig. Für ihn steht fest, dass vor allem die jahrzehntealten, gewachsenen Strukturen in den Unternehmen das Geld für Online-Werbung blockieren und es lieber in klassische Medien lenken. Er warb bei den Online-Werbern aber auch für Verständnis dafür: „Branchen wie die unsere verdienen ihr Geld über die Filialen - deshalb fließen die Werbegelder auch in die klassischen Medien. In Zeiten wirtschaftlicher Hungersnot wagen wir keine Experimente.“

Dass Online-Werbung noch als Experiment angesehen wird, empörte einige Podiumsteilnehmer, schließlich gebe es das Medium schon seit etlichen Jahren und es werde äußerst professionell gearbeitet. Der Frust der Online-Werber ist verständlich, haben Sie doch viel Mühe und Geld investiert, um das Medium konkurrenzfähig zu machen.

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