Streit um iTunes und iPod
Apple-Chef Jobs: Kopierschutz abschaffen

Verbraucherschützer wollen die Öffnung des Apple-Kopierschutzsystems auf dem Musikspieler iPod und dem dazu gehörenden Musikshop iTunes erzwingen. In dem eskalierenden Streit meldete sich nun Apple-Gründer Steve Jobs selbst zu Wort. Seine Erklärung: Ginge es nach ihm, würde der Kopierschutz abgeschafft. Kritiker sollten sich lieber an eine andere Adresse wenden.

DÜSSELDORF. In einer Mitteilung erklärte Jobs jetzt: "Die Musikindustrie wollte es damals in ihren Verträgen mit uns einfach so und wir haben unsere Zusagen auch eingehalten. Und wenn der Kopierschutz abgeschafft werden darf, sind wir die ersten, die es machen werden."

Dass es Sinn machen würde, die so genannten "DRM-Systeme" abzuschaffen, daran lässt der Erfinder des iPod keinen Zweifel: Kopierschutzsysteme hätten es "nie geschafft, die Piraterie zu verhindern und sie werden es auch nie schaffen", schrieb die Silicon Valley-Legende. Apple hätte keine Probleme, Musik ohne Kopierschutz zu verkaufen, alle iPods könnten problemlos solche Musik abspielen. Diejenigen, die jetzt Apple kritisierten, sollten sich lieber an die Adresse der Musikfirmen wenden.

Vor wenigen Wochen hatten sich mehrere europäische Verbraucherschutzverbände zusammen getan, um gemeinsam eine Öffnung des Apple-Kopierschutzsystems auf dem Musikspieler iPod und dem dazu gehörenden Musikshop iTunes zu erzwingen. Die Software schränkt die Verbreitung von Musikstücken ein. Frankreich hatte 2006 eine Gesetzesinitiative gestartet, um Apple dazu zu veranlassen, seine Technik an andere Firmen zu lizensieren. Norwegen hatte sogar angedroht, den Apple-Shop für illegal zu erklären.

Die Verbraucherschützer werfen Apple vor, durch die Koppelung von iTunes und iPod mit einem eigenen Kopierschutzsystem nur die Umsätze seiner Hardwareplayer hoch halten zu wollen. Die Verbraucher sollte naber das Recht haben, sich ihre Abspielgeräte frei auszuwählen.

» Weitere Details und die komplette Erklärung des Apple-Chefs

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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