Strenge Richtlinien für Speicherung von Belegen
Krankenkassen setzen auf Signatur

Die elektronische Archivierung von Belegen ist für Krankenkassen attraktiv, da die Papiermassen teuren Lagerraum verstopfen. Der Gesetzgeber hat allerdings für die Speicherung strenge Richtlinien erlassen um Missbrauch zu verhindern.

hiz DÜSSELDORF. Rezepte, Abrechnungen oder Gutachten, die Anzahl der bei Krankenkassen täglich anfallen Belege geht in die Millionen. Die Archivierung in Papierform beansprucht somit Lagerraum und ist unübersichtlich. Die elektronische Speicherung wäre für einen Bruchteil der Lagerkosten zu realisieren und böte darüber hinaus den Vorteil, dass auf die Dokumente direkt vom Arbeitsplatz des Bearbeiters aus zugegriffen werden könnte. Das Problem bei elektronischen Dokumenten ist allerdings, dass eine geschickte Fälschung oder Manipulation kaum nachzuweisen ist. Der Gesetzgeber hat deshalb vorgeschrieben, dass gescannte Belege mit einem elektronischen Stempel, einer Signatur, versehen werden müssen, um das auszuschließen.

Spätestens ab August 2004 sind die gesetzlichen Krankenkassen gemäß §36 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift über das Rechnungswesen in der Sozialversicherung (SRVwV) verpflichtet, Belege ausschließlich unter Verwendung qualifizierter personenbezogener Signaturen zu scannen, sofern die Originalbelege vernichtet werden. Hinter dem Begriff Signatur verbirgt sich ein mathematisches Verfahren, mit dem ein Datensatz eine eindeutige Kennung erhält. Aus den Daten wird ein so genannter Hash-Code errechnet, eine Art digitaler Fingerabdruck. Jede Änderung im Datensatz bedeutet denn auch eine Änderung des Hash-Codes. Somit sind eventuelle Manipulationen an Belegen nachzuweisen.

Allerdings ist für den Gesetzgeber nicht jede Signatur gleich. Bei Signaturen werden heute verschiedene Stufen definiert. Als einfache Signatur reicht schon der Absender einer Email, der natürlich keinerlei Rechtsverbindlichkeit hat. Die nächst Stufe, die fortgeschrittene Signatur, bedient sich zwar dem Verfahren einer Hash-Code-Berechnung, kann mit einer beliebigen Software signiert werden. Diese Pakete setzen voraus, dass Sender und Empfänger die gleiche Software verwenden. Das bekannteste Beispiel für fortgeschrittene Signatur ist die VeriSign-Lösung. Von der Webseite des Anbieters kann man sich für 15 $ einen persönlichen Schlüssel herunterladen, mit dem Dokumente und Emails signiert werden können. Allerdings entspricht die fortgeschrittene Signatur nicht den strengen Vorschriften des deutschen Signaturgesetzes und bietet daher keine Rechtssicherheit.

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