Suchmaschinen-Konkurrenz
Der Kampf mit den Daten im Web

Das französische Unternehmen Exalead macht nach dem Scheitern der europäischen Suchmaschine Quaero alleine weiter. Zwei bis drei Prozent Marktanteil will man dem Branchenriesen Google abnehmen. Anders als der Marktführer arbeitet Exalead auch mit Assoziationsketten und verwandten Begriffen.
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DÜSSELDORF. „Wenn Google der Microsoft der Websuche ist, dann sind wir Apple“. François Bourdoncle, Chef der jungen französischen Suchmaschine Exalead, sieht trotz der Allmacht des kalifornischen Suchriesen gute Chancen für innovative Suchansätze im Web. „Die Zukunft liegt in der Humanisierung der Benutzerschnittstelle“, so Bourdoncle. Und da sieht er Exalead, Überbleibsel des deutsch-französischen IT-Projektes „Quaero“, weit vor der Konkurrenz.

Während das Internet von Bildern überflutet wird, sind Suchmaschinen praktisch rein textbasiert. „Der Mensch ist aber ein visuelles Wesen“, sagt Bourdoncle und setzt hier den Hebel an. Exalead bietet zum Beispiel Vorschaubilder der Trefferseiten, bei denen alle Suchwörter wie mit Textmarker angestrichen sind. „Unsere Nutzer lieben diese schnelle Orientierung“, so Bourdoncle.

Werbung in Form gesponsorter Links gibt es zu Beginn einer Trefferseite, was ziemlich störend ist. Die aufdringliche Platzierung liegt daran, dass die rechte Seite – da, wo Google Werbung platziert – alleine dem mächtigen Werkzeugkasten mit Angeboten zur Verfeinerung der Suche gehört.

Exalead arbeitet mit Assoziationsketten und verwandten Begriffen, um auch relevante Ergebnisse zu liefern, die den Suchbegriff gar nicht enthalten. Solches „Finden ohne Suchen“, Serendipity genannt, könnte man als das digitale Ziehen von Rückschlüssen bezeichnen.

Die Möglichkeiten dieses Erweiterungs-Tools wirken auf den ersten Blick verwirrend und erschlagend auf viele Websurfer. Das ist ein Problem: „Google beherrscht heute auch die Art, wie die Menschen eine Suchmaschine überhaupt nutzen“, sagt etwa Thorsten Olscher von der Kölner RankingCheck GmbH. Und wer Exalead wie Google nutzt, bekommt auch nur Ergebnisse wie bei Google. Oder schlechtere: Im Suchmaschinenvergleich von RankingCheck belegte Exalead bei Relevanz und Mehrwert gute Plätze im Mittelfeld, aber weit hinter Google, Yahoo und MSN.

„Exalead ist technologisch fortgeschritten und liefert sehr relevante Ergebnisse“, sagt Olscher, „benötigt aber Einarbeitungszeit, bis man die Vorteile erkennt. Das akzeptieren heute viele Surfer gar nicht mehr.“

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