Suchmaschinen-Technologie
Microsoft sticht Google bei Amazon aus

Der Online-Händler Amazon.com nutzt seit dem Wochenende für seine Suchmaschine A9 nicht mehr die Technologie von Google, sondern Windows Live von Microsoft. Damit hat der US-Softwarekonzern einen wichtigen Erfolg gegen seinen Internet-Rivalen erzielt.

HB LOS ANGELES. Die MSN-Software Windows Live biete eine „sehr interessante, starke Internet-Suchoption“, sagte A9-Chef Davin Tennenhouse der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Amazon habe die Suchfunktionen von Google am Sonntag von seiner Internetseite entfernt, nachdem der Vertrag ausgelaufen sei. Über Einzelheiten zum Vertrag mit Microsoft machte Tennenhouse keine Angaben. Von Google war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Ein hochrangiger Produktmanager der Internet-Sparte von Microsoft sagte, der Wechsel von Amazon eröffne Microsoft neue Marktsegmente und mache mehr Menschen mit der Suchmaschinenmarke Windows Live vertraut.

Im vergangenen Monat war der US-Marktanteil von Microsoft bei den Nutzung von Internet-Suchmaschinen auf elf von 14 Prozent gesunken. Dagegen baute Google seine Führungsposition auf 49 Prozent aus. Auch Konkurrent Yahoo konnte seinen Marktanteil steigern und hält nun 22 Prozent. Zwischen Amazon und Google wächst inzwischen jedoch ebenfalls die Rivalität. So bietet der Online-Händler mit A9.com eine eigene Suchseite, die nach Kartenansichten oder nach Nachrichten wie auch Google mit Google Maps und Google News sucht. Zuletzt warb Google seinem Rivalen im vergangenen Februar mit dem Wissenschaftler Udi Manber den ehemaligen A9.com-Chef ab.

Mit der neuen Version seines Internet Explorers will sich der Softwareriese weiteren Rückenwind verschaffen. Dagegen hat sich Google nach einem Bericht der „San Jose Mercury News“ bereits bei den Wettbewerbshütern in Europa und den USA beschwert.

Microsofts neuer Browser Internet Explorer 7 soll eine Suchbox enthalten, bei der zum Teil Microsofts eigene Suchmaschine MSN Search vorinstalliert ist. Wer mit Google suchen will, müsse sich die Funktion aus einer Liste von zwei Dutzend Angeboten heraussuchen, hieß es. Google sieht das dem Bericht zufolge als eine erhebliche Behinderung im Wettbewerb an. „Unsere stärksten Befürchtungen betreffen den Nutzer“, zitiert die Zeitung Google-Managerin Marissa Mayer. „Unternehmen sollten zum Vorteil der Nutzer mit der Qualität ihrer Suchservices in Wettbewerb treten.“

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