Telefonieren übers Internet
Zunehmender VoIP-Hype

Internet-Telefonie ist auf dem besten Weg SMS den Rang auf der Beliebtheitsskala abzulaufen. Die Anbieter von VoIP-Technologie und VoIP-Diensten locken vor allem mit Kosteneinsparungen - aber der Umstieg birgt auch Gefahren.

hiz DÜSSELDORF. Eine Studie der Berlecon Research beschäftigt sich mit der Entwicklung des Voice-over-IP-Marktes, dem Telefonieren über Netzwerkstrukturen. Obwohl oft misstrauisch beäugt, bietet VoIP vor allem für die Unternehmen Vorteile, die mehrere Niederlassungen haben. Dass eine einheitliche Infrastruktur für Daten und Telefonie letztendlich kostengünstiger ist als getrennte Netze, ist für die Marktforscher offensichtlich. Allerdings mahnen die Beobachter, dass oft unklar ist, um wieviel günstiger so eine Lösung in der Realität ist, und ob dieser Preisunterschied die Kosten eines Umstiegs rechtfertigt.

Die Anbieter von VoIP-Technologie und VoIP-Diensten locken vor allem mit Kosteneinsparungen. Allerdings ist für die meisten Unternehmen das Telefon die Nabelschnur zur Welt. Die Anforderungen an die Verlässlichkeit von Telefonielösungen, so die Analyse, sind viel höher als bei Privatpersonen, die zur Not eben übers Handy erreichbar sind oder aus der Telefonzelle telefonieren. Außerdem haben selbst kleine Unternehmen in der Regel eigene Telefonanlagen. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter das Telefon in der Regel möglichst einfach und bequem nutzen wollen. Auf PCs installierte Telefonprogramme, so genannte Softphones, die zusammen mit Kopfhörer und Mikrofon genutzt werden, kommen deshalb meistens nicht in Frage, außer vielleicht im Call Center, wo Headsets ohnehin weit verbreitet sind.

Die vollständige Umstellung auf VoIP im Unternehmen ist jedoch aufwändig. Intern müssen Telefone und Telefonanlagen oft ausgetauscht sowie die Datennetze auf ihre Eignung für VoIP überprüft und gegebenenfalls erweitert werden. Die Studie folgert, dass für die meisten Unternehmen eine punktuelle Umstellung auf VoIP die sinnvollste Strategie ist. Aber auch eine Teilumstellung ist komplex, denn das Unternehmen hat dann Schnittstellen zwischen den beiden Systemen zu managen. Anbieter wie Avaya-Telonis haben sich auf solche Umrüstung spezialisiert.

Eine Reihe von Internet Providern räumt besonders VoIP über DSL große Chancen ein. So hat z.B. QSC vor kurzem damit begonnen, Unternehmen VoIP-Telefonie über ihre DSL-Verbindungen anzubieten. Dabei bleibt die interne Infrastruktur des Unternehmens inklusive der Telefonanlage unverändert. Die Anlage wird lediglich mit dem DSL-Anschluss statt mit dem normalen Telefonanschluss verbunden. Interessant, so die Berlecon Analyse, sind solche Lösungen besonders für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen. Die Telefonate zwischen diesen Niederlassungen sind dann über die Flatrate abgedeckt und die Kosten für Ferngespräche können eingespart werden.

Die Marktforscher erwarten, dass in der nächsten Zeit solche und ähnliche VoIP-Angebote noch weiter zunehmen werden. Denn schließlich ist VoIP für die Internet Provider auch eine Möglichkeit, sich einen Anteil am Telefoniegeschäft zu sichern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%