Tochterfirma des NDR geht bei Vermarktung von eigenem Filmmaterial neue Wege
Vertrieb von Filmausschnitten über das Internet

Das Internet bildet die Basis der Vermarktungsschiene für Filmsequenzen. Das Studio Hamburg bietet Filmemachern und Werbetreibenden Material aus seinem Fundus zur Weiterverwertung an. Die Auswahl erfolgt online.

hiz DÜSSELDORF. Film und TV-Produktionen sind teuer. Eine Zweitverwertung, also der Verkauf von Ausschnitten an Dritte, verbessert den Deckungsbeitrag. Für Werbetreibende und Filmemacher bedeuten solche Angebote eine Senkung der Produktionskosten. Bei der Fernsehallianz in Hamburg hat alles mit dem Vertrieb von Naturfilmsequenzen begonnen. Um einen größeren Kundenkreis leicht zu erreichen setzen die Hamburger auf das Internet als Vertriebskanal. Dadurch kann der Interessent das vorhandene Material sofort sichten und ordern

Ob der Löwe, wie im Drehbuch vorgesehen, von rechts nach links durch die Einstellung läuft oder ob man den fast ausgestorbenen Dodo-Vogel gerade während der Drehzeit vor die Linse bekommt, ist oft fraglich. Naturfilmer aber auch Produzenten von Spielfilmen oder Werbespots reichern ihre Filme oft mit fertigen Sequenzen an. Da die Nachfrage groß ist, stellte die Studio Hamburg Fernsehallianz, eine Tochter des NDR, den Vertrieb dieser Ausschnitte auf eine neue Plattform, dem World Wide Web. Das vorhandene Material wird dazu MPEG kodiert und in zwei Qualitätsstufen auf die Homepage gestellt. Um die Suche effektiv zu gestalten, wurden die Filmausschnitte für thematische Suchen verschlagwortet.

Bis heute haben die Hamburger ca. 100 Naturfilme aus eigener Produktion in über 18 000 Sequenzen zerlegt. Während die Auswahl online geschieht, muss über die Rechte und Linzenzgebühren der ausgewählten Filmschnipsel nach wie vor direkt verhandelt werden. Nach Ansicht der Projektentwicklerin Heike Schweigert hat das Studio durch die systematische Erschließung des Materials einen Vorsprung vor andren Anbietern wie BBC, ZDF, Framepool oder Bavaria.

Neben den Naturfilmen stehen zurzeit Sequenzen aus dem legendären Beatclub, der die Jugendlichen in den 60-er Jahren vor den Bildschirm lockte, zusammen mit Material aus Musikladen und Rockpalast online. Abgerundet wird das Online-Angebot der Fernseh-Allianz durch Kindersendungen wie dem Sandmännchen und "Die Pfefferkörner". Das nächste Ziel der Fernsehallianz ist die Digitalisierung und Annotierung des Materials aus 50 Jahren NDR und ARD Aktuell. In Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv sollen die Kinowochenschauen von 1948 bis 1999 aufbereitet werden. Dieser Bestand umfasst etwa 3 000 Wochenschauen und zusätzliche 7 000 Stunden Rohmaterial, das zum großen Teil noch nie veröffentlicht wurde.

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