Vergleich
Yahoo einigt sich mit inhaftierten chinesischen Journalisten

Yahoo hat sich mit chinesischen Journalisten auf einen Vergleich geeinigt, die das Unternehmen wegen der Weitergabe vertraulicher E-Mails an die Strafverfolgungsbehörden verklagt hatten. Informationen, die Yahoo den chinesischen Behörden übergeben hatte, sollen zur Festnahme der beiden Männer geführt haben.

HB SAN FRANCISCO. Einzelheiten zu der Einigung wurden nicht mitgeteilt. Die beiden Journalisten und ihre Familien hatten Yahoo zu Beginn des Jahres verklagt, nachdem Yahoo HK, eine hundertprozentige Tochter von Yahoo in Hongkong, den chinesischen Behörde E-Mails der beiden übergeben hatte. Yahoo sei dafür dafür verantwortlich, dass sie festgenommen und gefoltert worden seien, klagten beide.

Yahoo wiederum wies jede Verantwortung zurück und erklärte, das Unternehmen habe sich nur an die chinesischen Gesetze gehalten. Der Fall hatte generell die Frage aufgeworfen, ob Internetunternehmen mit Regierungen zusammenarbeiten sollten, die die Meinungsfreiheit unterdrücken und kritische Journalisten festnehmen lassen.

In den beiden Fällen geht es um die Journalisten Shi Tao und Wang Xiaoning. Yahoo-Chef Jerry Yang und Firmenanwalt Michael Callahan hatten sich kürzlich bei einer Anhörung im Kongress in Washington bei Shis Mutter, Gao Qingsheng, entschuldigt. Yang und Callahan verbeugten sich vor ihr. Callahan erklärte, bei der Erschließung neuer Märkte wie beispielsweise Vietnam werde sich Yahoo bemühen, einen Weg zu finden, wie die Herausgabe von Kundendaten an die Regierung vermieden werden kann. Nach der Anhörung kamen sie auch mit Gao Qinsheng zusammen, um sich ihren Fall genau anzuhören.

US-Kongressabgeordnete hatten Yahoo wegen der Inhaftierung der Journalisten in China vorgeworfen, Peking bei der Unterdrückung von Dissidenten zu helfen. Technologisch und wirtschaftlich sei Yahoo ein Riese, moralisch aber ein Zwerg, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses, Tom Lantos. Der republikanische Abgeordnete Chris Smith verglich die Kooperation Yahoos mit der chinesischen Regierung mit der Kollaboration von Unternehmen mit dem NS-Regime im Zweiten Weltkrieg.

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