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Virenexperte: „Sasser“-Entwickler erhält zu viel Aufmerksamkeit

Der Entwickler der Viren „Sasser“ und „Netsky“ bekommt nach Expertenansicht zu viel Aufmerksamkeit. „Unsere Probleme sind ganz andere“, sagte Jürgen Schmidt, leitender Redakteur der Computerzeitschrift c't, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur (dpa).

dpa HANNOVER. Der Entwickler der Viren „Sasser“ und „Netsky“ bekommt nach Expertenansicht zu viel Aufmerksamkeit. „Unsere Probleme sind ganz andere“, sagte Jürgen Schmidt, leitender Redakteur der Computerzeitschrift c't, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur (dpa).

„Unser Problem sind die kriminellen Banden, die mit Viren Geld machen wollen.“ Die Professionalisierung bei der Virenverbreitung stelle eine große Gefahr dar. Der 19-Jährige gehöre aber einer völlig anderen Szene an. Der Programmierer von „Sasser“ und „Netsky“ war am Freitag vom Landgericht Verden zu einem Jahr und neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Schmidt lobte das Urteil gegen den Virenschreiber. „Ich begrüße, dass der Richter darauf geachtet hat, nicht die Zukunft eines jungen Menschen zu zerstören.“ Viele Virenschreiber litten an Selbstüberschätzung und gingen davon aus, nicht erwischt zu werden, sagte Schmidt. „Was wirklich helfen würde, wäre eine konstant hohe Aufklärungsrate.“ Die Gefahr, als Virenautor erwischt zu werden, müsse größer werden. Ein Urteil alleine reiche nicht als Abschreckung, meint Schmidt. „Ein Problem ist der Mangel an kompetenter Ermittlungsbehörden.“

Ein Teil der Verantwortung für die Verbreitung von Viren liege auch bei den Softwareherstellern. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind darauf angewiesen, dass sie sichere Software bekommen, die sich einfach verwalten und warten lässt“, sagte Schmidt. Softwareupdates dürften zudem den aktuellen Produktionsbetrieb nicht beeinträchtigen.

Als weiteres zentrales Problem nannte Schmidt die so genannten Bot-Netze. Das sind aus fremden Rechnern bestehende Netze, die ferngesteuert werden, um beispielsweise Spam oder Phishing-Mails zu verschicken. „Diese müssten gezielt überwacht und geschlossen werden“, sagt Schmidt.

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