Von T-Wurst und T-Beutel
Telekom kämpft um Alleinanspruch auf das T

Der 20. Buchstabe des Alphabets ist mehr als nur ein Buchstabe. Für die Deutsche Telekom ist er Markensymbol: Ein magentafarbenes T, umklammert von grauen Quadrätchen. Und das T soll – zumindest in der Telekommunikations- und Computertechnologie-Branche – niemandem sonst gehören.

HB/nz DÜSSELDORF. Deshalb ist der Konzern derzeit dabei, sich das Allein-Nutzungsrecht für den Buchstaben als mögliche Firmen- und Produktbezeichnungen zu sichern, wie die "Berliner Zeitung" am Samstag berichtete. Derzeit kämpft der Bonner Telekommunikations-Riese vor Gericht gegen ein T-Logo von Team-Konzept, einer Berliner Multimedia-Werbeagentur mit 22 Mitarbeitern. Das Landgericht Köln muss klären, ob das T des Berliner Unternehmens – ein schlichtes weißes T auf orangerotem Untergrund – mit dem Magenta-T der Telekom verwechselt werden könnte. Der Hintergrund für den Kampf ums T: Die Telekom inklusive ihrer Tochterfirmen T-Mobile und T-Online haben Milliardenbeträge für Werbemaßnahmen um das Magenta-T ausgegeben, laut "Berliner Zeitung" insgesamt 1,955 Milliarden Euro im Zeitraum von 1994 bis einschließlich 2001.

Aber eben dieser Werbefeldzug für das Telekom-T könnte dafür gesorgt haben, dass die Bevölkerung ein "T" mit der Telekom verbindet. Dies wolle der Konzern nämlich notfalls per gerichtsfestem Gutachten feststellen lassen, so die "Berliner Zeitung". Der Anwalt der Berliner Werbeagentur, der Kölner Rechtsprofessor Rainer Jacobs, befürchtet der Zeitung zufolge, dass ein Urteil zugunsten der Telekom ein Monopol des Konzerns auf den Buchstaben T begründen könnte. Ein Vorwurf, den der Leiter des Zentralbereichs Markenführung und Werbung bei der Telekom, Stephan Althoff, zurückweist. Der Konzern habe Team-Konzept ein Vergleichsangebot unterbreitet, sagte Althoff der Zeitung. Schon früher habe man sich mit vielen Firmen wie der Supermarkt-Kette Tengelmann geeinigt. Doch darauf will Jacobs nicht eingehen.

Jacobs' Befürchtung ist zudem wohl nicht ganz unberechtigt: Um sich das T zu sichern, geht die Telekom offenbar auch skurrile Wege. Dem Zeitungsbericht zufolge sicherte sich der Konzern bei der Vergabestelle für deutsche Internetadressen, Denic, bereits die Internet-Adressen www.t-beutel.de und www.t-wurst.de.

Noch ist der Kampf David gegen Goliath nicht entschieden. Doch die Erfolgschancen für die Berliner Werbeagentur sind wohl nicht groß: Schon im vergangenen Sommer erkannte das Bundespatentgericht dem Unternehmer Thomas Kohlhoff die Marke T-Control ab, weil Verwechslungsgefahr mit der Telekom-Marke T-Connect bestehe.

Derweil müssen sich wohl die Inhaber der Website www.t-shirt.de warm anziehen. Und wer weiß: Vielleicht werden sich auch die Metzger bald einen neuen Namen für das T-Bone-Steak ausdenken müssen.

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