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Vorstandschef: Intershop braucht finanzielle Stabilität

Nach den Engpässen in den vergangenen Jahren rechnet das angeschlagene Jenaer Software-Unternehmen Intershop mit einer kräftigen Kapitalspritze. „Wir brauchen mittel- und langfristig finanzielle Stabilität“, sagte Vorstandschef Jürgen Schöttler am Donnerstag in einem dpa-Gespräch.

dpa JENA. Nach den Engpässen in den vergangenen Jahren rechnet das angeschlagene Jenaer Software-Unternehmen Intershop mit einer kräftigen Kapitalspritze. „Wir brauchen mittel- und langfristig finanzielle Stabilität“, sagte Vorstandschef Jürgen Schöttler am Donnerstag in einem dpa-Gespräch.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich für eine angekündigte Wandelanleihe mit einem Volumen von bis zu 20 Mill. Euro genügend Geldgeber finden. Die Einnahmen sollen unter anderem für den Ausbau des Vertriebsnetzes in Deutschland genutzt werden. „Wir sehen hier genügend Marktpotenzial.“

Schöttler bezeichnete die Wandelanleihe mit einer Laufzeit bis Dezember 2008 und einer effektiven Verzinsung von jährlich zehn Prozent als „Chance für einen Befreiungsschlag“. „Der Druck, schnell nach Finanzinvestoren oder einem strategischen Partner zu suchen, wäre weg.“ Intershop habe zwar gelernt, mit liquiden Mitteln von nur einer bis drei Mill. Euro zu wirtschaften. Bei einer besseren Finanzlage würden Verhandlungen mit Kunden jedoch leichter. Die Schuldverschreibung würde über eine Art Treuhänder mit den Rechten an der Intershop-Software besichert.

Das auf Programme für den Handel im Internet spezialisierte Jenaer Unternehmen rechnet 2004 mit einem Verlust von bis zu 5,5 Mill. Euro nach fast 19 Mill. Euro im vergangenen Jahr. Ende September besaß es noch frei verfügbare liquide Mittel von 3,6 Mill. Euro.

Nach Angaben von Schöttler will Intershop trotz gekündigtem Mietvertrag seinen Sitz im Jenaer Büroturm behalten. „Derzeit zerreißen wir aber durch leer stehende Büros jährlich quasi eine Million Euro.“ Er sehe Chancen, durch einen Kompromiss mit dem Vermieter „von diesen Kosten weg zu kommen“.

Der Vorstand plant als Teil des Sanierungskonzepts außerdem eine erneute Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien, über die die nächste Hauptversammlung des börsennotierten Unternehmens entscheiden soll. Sie sei im April 2005 geplant. Nach der angekündigten Kapitalmaßnahme, der dritten in diesem Jahr, verloren Intershop-Aktien am Donnerstag an der Börse 3,3 Prozent und notierten bei 0,88 Euro.

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