Wachstumsmarkt Online-Gaming
Lieber lesen als spielen?

Online-Spiele sind einer der heißesten Trends im ohnehin wachstumsträchtigen Gaming-Markt. Vor allem in Deutschland rechnet man mit einer überproportionalen Reaktion auf die neuen Möglichkeiten, denn bislang spielte kaum eine Industrienation so wenig an PCs und Konsolen wie hierzulande.

DÜSSELDORF. Vom kommenden Nachfrageschub scheint auch Ralph Dommermuth überzeugt zu sein - der Vorstandschef der United Internet AG stieg Ende letzten Jahres bei der Hamburger E-Sport GmbH ein. Mit dem Hersteller von Online-Spielen will er an einer neuen Wachstumsstory teilnehmen. In Deutschland erwarten Marktanalysten von Pricewaterhouse Coopers ein jährliches Wachstum von 60 Prozent bis 2009. Ganze 913 Mill. Euro schwer werde der Markt bis dahin sein, schätzen die Experten.

Das Kaufverhalten der Bundesbürger spiegelt das: So gab es nach Zahlen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) im Medienbudget der Haushalte seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts eine kontinuierliche Verschiebung: Gaben die Deutschen 1995 noch 74 Prozent ihres Medienbudgets für Bücher und Musik aus, so waren es 2005 nur noch 56 Prozent. Derweil stieg der Anteil der Entertainment-Software von sechs auf 14 Prozent. Auch die Hardware-Hersteller profitieren: Für das vergangene Jahr meldete der Branchenverband Bitkom einen Rekordumsatz: Um 13 Prozent auf 1,77 Mrd. Euro kletterten die Umsätze inklusive Hardwareverkäufe.

Dabei sind Zuwächse kaum noch auf PC-Spiele zurückzuführen, während starken Zuspruch Spielekonsolen und die dazugehörige Software fanden. Von stationären Konsolen wie Sonys Playstation oder Microsofts Xbox und mobilen Konsolen wie Nintendos Gameboy wurden insgesamt in Deutschland 2,9 Mill. Stück abgesetzt - nach 2,5 Mill. in 2005. Die Ausgaben für Videospiele kletterten von 372 auf 487 Mill. Euro.

Nach Einschätzung von Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware, wird sich diese Entwicklung fortsetzen: Die Konsolen der nächsten Generation, Microsoft Xbox 360 und Nintendo Wii, sind in Deutschland schon jetzt auf dem Markt. Sonys Play Station 3 wird in diesem Frühjahr folgen.

Der vom BIU erwartete Boom werde den der früheren Konsolenzyklen in den Schatten stellen. "Der Markt wird explodieren", sagt Wolters. Weltweit rechnet er mit fast verdoppelten Umsätzen im Vergleich zur Vorgänger-Technologie. Wolters: "Mit den neuen Konsolen werden ganz neue Erlösmodelle möglich."

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