Wissen im Web
Google Knol - Schwarmintelligenz mit Risiken

Mit Google Knol hat Google ein Wissensportal ins Leben gerufen, das genau wie Wikipedia auf „Schwarmintelligenz“, also das vereinte Wissen seiner Anwender setzt. Der Weg zu diesem Ziel ist jedoch ein anderer: Alle Artikel stammen von namentlich genannten Autoren und sollen dann von den Besuchern ob ihrer Relevanz und ihres Inhalts bewertet werden. Der Vergleich mit Wikipedia weckt Zweifel, ob das gutgehen kann.

DÜSSELDORF. Das Wikipedia-Prinzip ist weithin bekannt: Im Prinzip kann jeder Anwender dort einen Artikel zu einem bestimmten Thema schreiben, inhaltliche Korrekturen, Ergänzungen oder Erweiterungen können durch andere Anwender hinzugefügt werden. Im Ergebnis enthält der Text das Wissen einer Reihe von Menschen, die ihre Bildung, ihren Enthusiasmus und vielleicht sogar tagesaktuelle Entwicklungen haben einfließen lassen.

Google Knol – der Begriff kommt von „Knowledge“, also „Wissen“ - funktioniert anders, denn hier sind alle Artikel mit Namen gekennzeichnet und bleiben so das individuelle Werk von Autoren. Die Schwarmintelligenz besteht darin, dass die Leser des Artikels dessen Relevanz und inhaltliche Qualität beurteilen. Falls es zu einem Begriff mehrere Einträge gibt, kann der Besucher von Google Knol sich anhand der Kommentare und Bewertungen den vielversprechendsten oder für ihn relevantesten heraussuchen.

Anders als Wikipedia setzt Google Knol mit diesem Prinzip darauf, dass Wissenschaftler, Hobbyforscher, Manager, Juristen und andere Experten diese Plattform nutzen werden, um zu publizieren. Insbesondere im englischsprachigen Raum ist das Internet nämlich mittlerweile zur wichtigsten Bühne für Professoren, Studenten und Nachwuchswissenschaftler geworden, um ihre Ergebnisse (honorarfrei) zu veröffentlichen und sich so einen Namen zu machen. So besteht der Idealfall eines Google-Knol-Artikels darin, dass beispielsweise ein frischgebackener Mediziner oder Jurist umfassende Texte zu Themen aus seinem Fachbereich schreibt, die anschließend von Kollegen bewertet und kommentiert werden und so zu einer Art Wissensstandard werden.

Im Lauf der Zeit sollen so immer mehr einzelne Sachthemen zu einer umfassenden Wissensdatenbank zusammenwachsen. Streitereien zwischen verschiedenen Autoren eines Textes, bei Wikipedia an der Tagesordnung, kommen nicht vor, und so ist jeder Artikel „aus einem Guss“. Die Beurteilung des Werts und der Richtigkeit verbleibt beim Anwender, der sich sozusagen am Gesamtwerk orientieren und so die Kompetenz des Verfassers einschätzen kann.

Wenn ein Artikel nicht gefällt, sieht sich der Besucher vielleicht dazu berufen, seine Korrekturen, Kommentare und Anmerkungen zu einem eigenen Wissenstext zu verarbeiten. Insgesamt würde aus Google Knol so zu einer Art universellen Fachzeitschrift, wo Wikipedia wie ein Lexikon funktioniert. Falls die Plattform auf diese Weise genutzt wird, könnte sie tatsächlich sehr gut funktionieren. Die Erstellung und Verwaltung der verschiedenen Artikel liegt jedoch allein in der Hand der jeweiligen Verfasser, und das birgt auch einige Risiken.

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