Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie
Entsorgungskosten treiben Preise für Elektrogeräte

Elektrogeräte wie Fernseher, Computer und Stereoanlagen werden nach Herstellerangaben im nächsten Jahr wegen des neuen Entsorgegesetzes teurer. Der Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (Zvei) rechnet von Anfang 2006 an mit deutlichen Preiserhöhungen.

dpa FRANKFURT. „Auf die deutschen Hersteller kommen mit der Neuregelung Kosten von 350 bis 500 Mill. Euro jährlich zu“, sagte der Zvei-Leiter für Umweltschutzpolitik, Otmar Frey, in einem dpa-Gespräch in Frankfurt. „Diese Summe können sie nicht aus der Portokasse zahlen, sondern müssen sie an den Verbraucher weitergeben.“

Das neue Gesetz für Elektroschrott verpflichtet Hersteller von März 2006 an, die Kosten für Entsorgung und Recycling von Altgeräten zu tragen. „Je nach Produkt bedeutet das erhebliche zusätzliche Kosten“, sagte Frey. Zum Beispiel seien Leuchtstofflampen wegen ihres Quecksilberanteils sehr aufwendig zu entsorgen. Da komme rund 50 Prozent des Produktpreises hinzu. Waschmaschinen könnten zwar einfach recycelt werden, und ihr Metall bringe wegen der hohen Stahlpreise zusätzliche Erlöse ein; dort schlügen aber die Transportkosten besonders zu Buche. Die durchschnittliche Preiserhöhung kann der Verband nicht schätzen: „Das hängt ganz vom Hersteller ab.“

Für den Verbraucher ändert sich bei der Entsorgung nichts, die Abgabe der Geräte bei Sammelstellen oder Recycling-Höfen ist kostenfrei. Voraussichtlich würden die Bürger bei den Müllgebühren sogar entlastet. „Diese Gebühren müssten anteilig sinken, weil heute die Kommunen die Geräte einsammeln und auf eigene Kosten entsorgen“, sagte der Verbandsvertreter. Diese Kosten übernähmen künftig die Hersteller. Da Elektroschrott aber nur einen kleinen Anteil von drei bis vier Prozent am gesamten Müllvolumen ausmache, bleibe diese Entlastung gering.

Rund 1,1 Mill. Tonnen Altgeräte müssen nach Zvei-Schätzung jährlich zurückgenommen und entsorgt werden. Davon seien drei Viertel „weiße Ware“, also Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke. Rund zehn Prozent entfielen auf Fernsehgeräte und Unterhaltungselektronik, zehn Prozent auf Computer und Handys, fünf Prozent auf Kleingeräte wie Bohrmaschinen oder Leuchtstofflampen. „Die Gesetzesänderung wird jobneutral sein“, sagte Frey, es würden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Der Zvei vertritt die deutsche Elektroindustrie und zählt 1 400 Mitgliedsunternehmen mit knapp 810 000 Beschäftigten.

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