2006 kommt die Gesundheitskarte
Die EC-Karte für den Arztbesuch

Höhere Sicherheit : Äußerlich wird sich die elektronische Gesundheitskarte nicht wesentlich von der heutigen Chipkarte der gesetzlichen Versicherungen unterscheiden. Der einzige Unterschied ist, dass ein Foto des Karteninhabers den Kartenmissbrauch durch nichtversicherte Patienten erschweren soll. Auch die Deutsche Bahn AG integriert seit einigen Jahren Passfotos in ihre Bahncards, um sich besser vor Betrug zu schützen.

Keine Doppelbehandlungen: Das integrierte Foto kommt vor allem den niedergelassenen Ärzten in Großstädten zugute, die nicht alle Patienten persönlich kennen. Heute tragen sie das wirtschaftliche Risiko für den Betrug mit fremden Karten, weil sie pro Patient und Quartal nur einen beschränkten Betrag abrechnen können. Nutzt ein zweiter Patient die fremde Karte, behandeln sie ihn also umsonst.

Leistungsfähige Chips: Der größte Unterschied liegt allerdings im technischen Innenleben der Karten. Die heutigen Chipkarten verfügen lediglich über einen einfachen Datenspeicher. Damit sind sie in etwa so leistungsfähig wie die Geldkarten-Zusatzfunktion, mit der die meisten Banken ihre EC-Karten ausgestattet haben, damit die Kunden Fahrscheine und andere Kleinigkeiten auch ohne Geheimnummer bargeldlos bezahlen können. Die neue elektronische Gesundheitskarte soll dagegen mit so genannten Smartcards ausgestattet werden. Diese Mikrochips sind leistungsfähiger, nicht nur weil sie höhere Datenmengen speichern, sondern auch weil sie einfache Anwendungen ausführen können. Smartcards kommen heute bereits bei der eigentlichen EC-Kartenfunktion zum Einsatz. Dort sorgen sie dafür, dass der Kontozugriff nur mit Geheimnummer möglich ist und der Karteninhaber zum Beispiel auch Überweisungsaufträge am Bankterminal erledigen kann.

Nur bedingt sicher: Einen groß angelegten Abrechnungsbetrug durch Apotheker, Patienten und Ärzte, wie er kürzlich im Saarland, Bayern und Hessen aufgedeckt wurde, kann jedoch auch die neue Karte nicht verhindern. In diesem Fall arbeiteten die Leistungserbringer und die Patienten offenbar gezielt zusammen, um die Krankenkassen um Geld zu betrügen. "Ein Akt, in dem so viel kriminelle Energie steckt, wäre leider auch nach der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte denkbar", heißt es dazu beim IT-Konzern Oracle, der die Entwicklung begleitet.

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