Epidemie breitet sich aus
Erste Ebola-Todesfälle im Kongo

Lange war nicht klar, an welcher Krankheit die Betroffenen genau litten. Doch nun ist klar: Die Fieber-Patienten im Kongo haben Ebola, zwei Tote sind zu beklagen. Andernorts erkrankt erstmals auch ein WHO-Mitarbeiter.
  • 0

KinshasaDer Ebola-Erreger hat nun auch die Demokratische Republik Kongo erreicht. Tests hätten eindeutig bestätigt, dass es in der Provinz Equateur Ebola gebe, sagte Gesundheitsminister Félix Kabange Numbi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten die Behörden von 13 Toten berichtet, die binnen zehn Tagen an einer unbekannten Fiebererkrankung gestorben waren.

Auch in anderen Gebieten breitet sich das Ebola-Virus trotz aller nationalen und internationalen Bekämpfungsmaßnahmen weiter aus. Erstmals wurde ein Mitarbeiter eines Partners der Weltgesundheitsorganisation WHO angesteckt. Nigeria befürchtete eine Ausbreitung des Ebola-Virus über eine bislang kontrolliert geglaubte Gruppe von Patienten und Pflegekräften hinaus. Ein infizierter Brite wurde nach London ausgeflogen.

„Es ist das erste Mal, dass die Krankheit bei jemandem ausgebrochen ist, der unter unserer Ägide arbeitet“, räumte die WHO am Sonntag ein. Der Mann sei als Epidemiologe von einer WHO-Partnerorganisation eingesetzt worden. Bei der jüngsten Ebola-Welle hätten sich mehr als 225 medizinische Betreuer angesteckt, fast 130 seien an der Krankheit gestorben.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind dem Virus seit vergangenen Dezember insgesamt 1427 Menschen erlegen. Mehr als 2615 hätten sich infiziert. Betroffen sind bisher vier westafrikanische Länder: Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria. Die meisten Ebola-Infektionen gab es in Sierra Leone mit 910 Infektionen. 329 Menschen dort starben an dem Virus. Das Parlament in Freetown verabschiedete am Freitag ein Gesetz, mit dem es zum Straftatbestand wird, wenn man einen Ebola-Patienten versteckt.

Der erkrankte Brite arbeitete in einem Behandlungszentrum im Osten von Sierra Leone, wo die Seuche am heftigsten wütet. Er wurde in die Stadt Lungi gebracht, wie der Sprecher des dortigen Gesundheitsministeriums mitteilte. Von dort brachte ihn ein Spezialflugzeug der britischen Luftwaffe auf den Stützpunkt Northolt in London. Anschließend wird er nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums auf der Isolierstation eines Krankenhauses behandelt. Derzeit fühle er sich nicht ernsthaft schlecht.

Nigeria meldet inzwischen 14 bestätigte Fälle der oft tödlichen Krankheit und befürchtet eine weitere Ausbreitung. Laut WHO gab es am Freitag in dem Land zwölf bestätigte und vier Verdachtsfälle. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben die Lebensgefährten eines Pfleger und einer Krankenschwester an Ebola. Diese hatten einen amerikanisch-liberianischen Patienten gepflegt, der vor seinem Tod im Juli elf Menschen angesteckt hatte. Auch die beiden Pflegekräfte erlagen dem Virus, sagte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Freitag.

Die beiden Lebensgefährten seien vor zwei Tagen in eine Isolierstation gebracht worden, sagte Chukwu. Davor waren sie unter Beobachtung, das heißt es wurde täglich kontrolliert, ob sie Krankheitssymptome zeigen. Sie konnten sich in dieser Zeit frei bewegen. Die Behörden versuchten jetzt, alle Personen ausfindig zu machen, mit denen sie Kontakt hatten. Die Behörden waren zuvor zuversichtlich gewesen, das Ebola-Virus durch Isolierung aller Kontaktpersonen des aus Liberia und Togo eingereisten ersten Ebola-Opfers in Nigeria unter Kontrolle zu haben.

Wegen der Ebola-Epidemie hat der Ärzteverband in Nigeria einen seit Juli laufenden Streik von Medizinern ausgesetzt. Die Ärzte sollten am Montag an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, um die Seuche einzudämmen, teilte der Verband mit.

Die philippinische Regierung teilte am Samstag mit, sie ziehe aus Liberia seine 115 UN-Blauhelmsoldaten wegen der Ebola-Gefahr zurück.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%