Experimentelles Ebola-Medikament
Italienischer Patient wird mit ZMapp behandelt

Ein italienischer Arzt, der sich in Sierra Leone mit Ebola infiziert hatte wird nun in Rom mit dem experimentellen Medikament ZMapp behandelt. In Sierra Leone selbst streiken unterdessen Helfer wegen fehlender Bezahlung.
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Rom/FreetownEin mit Ebola infizierter Italiener ist zur Behandlung am Dienstagmorgen in seinem Heimatland eingetroffen. Dem Arzt, der sich beim Hilfseinsatz in Sierra Leone angesteckt hatte, werde das experimentelle Medikament ZMapp verabreicht, teilte die behandelnde Klinik, ein Spezialkrankenhaus in Rom, mit. Das Medikament war gemeinsam mit Bluttransfusionen von Ebola-Überlebenden bereits mehrfach erfolgreich bei Patienten in den USA und Europa eingesetzt worden.

Der Arzt wurde nach seiner Ankunft auf einem Luftwaffenstützpunkt in Rom am Dienstagmorgen in die Isolierstation einer Klinik gebracht, die auf Infektionskrankheiten spezialisiert ist. Ein Krankenhaussprecher sagte, der Patient sei in stabilem Zustand. Er gilt als der erste bestätigte Ebola-Fall Italiens.

Im schwer von der Ebola-Epidemie betroffenen Sierra Leone ist unterdessen ein Beerdigungsteam in Streik getreten. Die Helfer ließen 15 hoch ansteckende Leichen auf den Straßen der Stadt Kenema zurück. Grund für die Proteste sei, dass die Helfer seit Oktober kein Gehalt erhalten hätten, sagte Hassan Soko, ein Gesundheitsarbeiter des Krankenhauses der Stadt.

Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In Sierra Leone sind eigens geschaffene Beerdigungsteams im Einsatz, um die Toten sicher zu begraben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der Infizierten seit Ausbruch der Krankheit in mehreren Ländern Westafrikas auf insgesamt mehr als 15 300 gestiegen.

Auf der US-Militärbasis Baumholder in Rheinland-Pfalz sollen US-Soldaten nach ihrem Einsatz in westafrikanischen Ebola-Krisengebieten künftig drei Wochen lang in einer neuen Quarantänestation überwacht werden. Sie hat Platz für bis zu 178 Soldaten, sagte Armeesprecher Oberstleutnant Wayne Marotto. In der Isolierstation werden alle Westafrika-Rückkehrer zweimal täglich von Ärzten untersucht.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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