Hersteller testen bereits
Protein hilft bei Untergewicht

Ob Halbfettmargarine, Diät-Cola oder Bonbons ganz ohne Kalorien: Was den Körper schlank hält, kommt an. Auf diesen Trend hat die Lebensmittelbranche schon vor Jahren reagiert und wirbt seitdem im großen Stil für die Sünden ohne Reue.

DÜSSELDORF. Doch Übergewicht ist längst nicht die einzige Folge falscher Ernährung. Auch die Zahl der Unter- oder Mangelernährten nimmt in Deutschland wieder zu. Das japanische Unternehmen Daiichi-Kasei hat jetzt ein Protein auf den Markt gebracht, das dem Essen beigemischt werden kann und Betroffenen zu mehr Gewicht verhilft.

Dass das Thema Mangelernährung relevant ist, zeigt eine Studie in Kassel. Christian Löser, Professor am Roten Kreuz Krankenhaus, hat über 2



000 Patienten bei ihrer Aufnahme in die Klinik untersucht. „Dass dabei die Übergewichtigen die größte Gruppe stellten, hat uns nicht wirklich überrascht", sagt Löser. Damit, dass es jedoch mehr Unter- oder Mangelernährte als Normalernährte gibt, hatte fast niemand gerechnet.

Die Gründe dafür lagen meist nicht in den Erkrankungen, die die Menschen in das Krankenhaus trieben. „Vielmehr gibt es auch in unserer Gesellschaft Menschen, die entweder sozial so stark isoliert sind, dass sie nicht genug Essen bekommen, und zunehmend alte Menschen, die nur noch wenig essen“, sagt Löser.

Während die Industrie nicht zuletzt dank der guten Vermarktungsmöglichkeiten schon seit Jahren immer mehr Light-Produkte auf dem Markt bringt, die auch bei Übergewichtigen im Krankenhaus eingesetzt werden, bleibt die Behandlung von Unterernährten schwierig. „Wenn es darauf ankommt, in möglichst kurzer Zeit Gewicht zuzulegen, sind die Möglichkeiten immer noch begrenzt“, sagt Löser.

Dies könnte das von dem japanischen Konzern hergestellte Protein jetzt ändern. Es fällt bei der Produktion von Käse an und kann durch die Behandlung mit Wärme derart verändert werden, dass sich die einzelnen Molekülketten zu einem Netz zusammenschließen. In diesem können dann ganz gezielt neben Wasser und Fette auch zusätzliche Nährstoffe gespeichert werden. Die Netzstruktur wird erst durch die Magensäure wieder aufgelöst und die Zusatzstoffe freigesetzt. Da die Hersteller den Nährwert und Fettgehalt der Produkte genau regulieren können, könnten die Patienten künftig auch schon mit relativ geringen Essensmengen ihren Energiebedarf decken.

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