Kampf gegen Aids
Frühe Behandlung schützt vor HIV-Übertragung

Die frühzeitige Behandlung einer HIV-Infektion mit Medikamenten nützt nicht nur dem Träger des Virus. Eine aktuelle Untersuchung belegt, dass sich auch die Gefahr einer Übertragung des Aids-Erregers drastisch verringert.
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BethesdaEine frühzeitige Behandlung von HIV-Infizierten kann das Risiko einer Übertragung um bis zu 96 Prozent reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des US-Instituts für Allergie- und Infektionskrankheiten in Bethesda (US-Staat Maryland).

Die Wissenschaftler hatten mehr als 1700 zumeist heterosexuelle Paare in den USA, Afrika, Asien und Lateinamerika untersucht. Bei 890 Paaren trug der Mann das Virus, in 873 Fällen war es die Frau.

Voraussetzung für die Teilnahme: Die CD4-Zellzahl der infizierten Probanden musste einen Wert zwischen 350 und 550 aufweisen. Diese Zahl gibt Aufschluss über das Stadium der Infektion.

Sinkt die Anzahl dieser wichtigen Immunzellen unter 200 pro Mikroliter Blut, kann das Immunsystem keine wirksame Infektionsabwehr mehr aufbauen. Der Betroffene erkrankt dann an vielen weiteren Infektionen und das Vollbild der Krankheit Aids bricht aus.

Bei der im April 2005 begonnenen Untersuchung wurde der einen Hälfte der Infizierten ein Mix aus Aids-Medikamenten verabreicht, während die andere Hälfte die Präparate erst nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes einnahm. Insgesamt wurden elf Präparate, die bereits auf dem Markt sind, eingesetzt.

Bei der Bestandsaufnahme im April 2011 wurde deutlich, dass sich insgesamt 39 Menschen neu mit HIV infiziert hatten. In mindestens 28 Fällen wurde das Virus nachweislich direkt vom Partner übertragen. Fast alle Neuinfizierten dieser Gruppe - 27 Personen - hatten den Erreger von einem Partner bekommen, der die Aids-Medikamente gar nicht oder erst nach der Verschlechterung eingenommen hatte.

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