Medizin
Bakterien erleichtern Produktion von Krebsmedikament

Gentechnisch veränderte Bakterien könnten in Zukunft die Produktion eines teuren Medikaments wesentlich erleichtern. Die Mikroorganismen produzieren Vorläufer des Krebsmittels Paclitaxel.
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HB WASHINGTON. Das vielgenutzte teure Krebsmittel Paclitaxel könnte künftig in großer Menge von Mikroorganismen produziert werden. US-Forscher haben Kolibakterien genetisch so verändert, dass sie große Mengen zweier Vorläufersubstanzen des Wirkstoffs herstellen.

Paclitaxel wird gegen Tumore etwa von Brust, Eierstöcken oder Lunge eingesetzt. Der seit Jahrzehnten bekannte Wirkstoff stammt eigentlich aus der Rinde der Pazifischen Eibe, die lediglich im Nordwesten der USA wächst. Für die Therapie eines Patienten mussten früher zwei bis vier ausgewachsene Bäume gefällt werden.

Angesichts des steigenden Bedarfs ging man zu anderen Methoden über, etwa der Produktion mit kultivierten Pflanzenzellen im Labor. Eine synthetische Herstellung des Wirkstoffs ist zwar möglich, aber wegen des hohen Aufwands zu teuer.

Forscher des Massachusetts Institute of Technology statteten nun Kolibakterien mit zwei Pflanzengenen aus, die die Anleitung zum Bau bestimmter Enzyme tragen. Wie die Forscher im Magazin „Science“ berichten, produzierten diese genveränderten Mikroorganismen die Vorläufersubstanz Taxadien in 1 000-fach größerer Menge als dies bislang mit Hilfe von Bakterien möglich war.

Nun wollen die Wissenschaftler die Methode weiterentwickeln, damit gentechnisch veränderte Bakterien den Wirkstoff selbst produzieren. Bis es soweit ist, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen.

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