Medizin
Forscher entdecken Allzweckwaffe gegen Grippeviren

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Weil der Impfstoff des Vorjahrs gegen neue Grippeerreger unwirksam ist, muss erneut zur Spritze gegriffen werden. Eine neue Substanz könnte das jetzt ändern.
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DüsseldorfEuropäische Forscher haben eine Substanz entdeckt, die gegen mehrere verschiedene Grippeviren wirkt. Damit könnte die Grippeimpfung künftig länger als ein Jahr schützen. Im Versuch mit Mäusen und Frettchen habe der nun entdeckte Antikörper schon gegen Grippeviren geholfen, schreibt das Team aus der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden im Fachjournal „Science“.

Beinahe jedes Jahr tauchen neue Grippeerreger auf. Weil sie sich jedoch ständig verändern, müssen immer neue Impfstoffe gegen sie entwickelt werden. Und was in dem einen Jahr vor der Grippe schützt, kann im nächsten Herbst schon weniger wirken oder völlig nutzlos sein. Daher suchen Forscher schon seit Jahren eine Substanz, die eine Vielzahl von Influenza-Viren bekämpfen kann.

Auch hier gilt: Zu jedem Schlüssel gehört ein Schloss. Mit Hilfe des Proteins Hämagglutinin bindet das Virus an die entsprechenden Rezeptoren der Wirtszelle und dringt daraufhin in sie ein.

Mutationen des Virusgenoms verändern hin und wieder die Struktur des Hämagglutinins. Doch genau daran docken auch die Antikörper des Immunsystems an. Die Wahrscheinlichkeit, einen Antikörper zu finden, der gegen alle Viren-Varianten wirkt, galt als äußerst gering.

Dem Wissenschaftlerteam ist dies nun gelungen: Mit einem neuen Verfahren konnten die Forscher um Davide Corti vom Institute for Research in Biomedicine im schweizerischen Bellinzona den extrem selten vorkommenden Antikörper F16 bei einem Influenza-Patienten identifizieren.

Seine hohe Wirksamkeit gegen beide großen Influenza-A-Stämme führen sie auf die besondere Struktur an der Virusbindungsstelle zurück. Der Antikörper bindet sich an eine Stelle der Grippeviren, die sich nur wenig verändert und macht die Erreger unschädlich. Influenza-A-Viren machen einen Großteil der gewöhnlichen Grippeviren aus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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