Mediziner nutzen Wirkstoffe
Maden helfen bei der Wundheilung

Maden und Würmer wecken eher Assoziationen an Gammelfleisch als an Gesundheit. Zu unrecht. Forscher und Ärzte entdecken immer mehr Möglichkeiten für tierische Helfer in der so genannten Biotherapie. Sie knüpfen damit an lange Traditionen an.

HB TÜBINGEN/LONDON. Schon von australischen Ureinwohnern und den Mayas ist die Madentherapie überliefert. Der US-Arzt William Baer entdeckte im Ersten Weltkrieg per Zufall wieder, welch positive Wirkungen Maden an schweren Verletzungen hervorbrachten und trug dazu bei, dass die Madentherapie populär wurde. In den Vierzigerjahren verdrängten jedoch Antibiotika die Maden aus der Medizin.

Maden helfen doppelt: Zum einen vertilgen sie abgestorbenes Gewebe und zum anderen sondern sie ein Sekret ab, das antibiotisch wirkt. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Mediziner in den USA und Europa die tierischen Helfer für Patienten mit Hautgeschwüren und hartnäckigen Entzündungen wieder entdeckt. Rund 20 000 Menschen sollen in den vergangenen zehn Jahren bereits mit Maden behandelt worden sein, schätzen Experten.

1995 gründete Stephen Thomas eine Forschungsstelle für Biochirurgie am staatlichen Princess of Wales Hospital im wallisischen Bridgend. Daraus entstand Zoobiotic, ein Hersteller steriler Fliegenlarven. „Wir wollen die Madentherapie zu einem etablierten Produkt zur Behandlung aller Arten entzündeter Wunden entwickeln“, sagt Thomas. Ein wichtiger Erfolg: Im staatlichen britischen Gesundheitswesen gibt es die Maden auf Rezept.

In Deutschland produziert unter anderem die Firma Biomonde Maden. Schon die Produktion der Tiere ist aufwändig. „Schwierig ist es vor allem, die Maden keimfrei zu bekommen“, sagt Produktspezialistin Renate Sieker. Die Eier werden einem Cocktail von Chemikalien ausgesetzt, damit sie nicht neue Bakterien in die Wunde transportieren.

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