Modellversuch am Frankfurter Flughafen
Defibrillator in Laienhand rettet Frau das Leben

Mit dem ersten Einsatz eines halbautomatischen Defibrillators (AED) ist es einem Flughafenmitarbeiter in Frankfurt gelungen, einer Passagierin das Leben zu retten. 16 dieser Geräte, die Stromstöße aussenden und damit Herzmuskelstörungen beheben können, sind in den Hallen verteilt. Sie gehören zu einem Modellvorhaben, das den Einsatz der AEDs wissenschaftlich untersucht und feststellen soll, ob die flächendeckende Anbringung der Geräte empfehlenswert ist.

HB DÜSSELDORF. Die 72-jährige Frau war aus dem spanischen Alicante gekommen und unmittelbar danach in der Ankunftshalle mit Herz-Kreislaufstillstand zusammengebrochen. Tochter und Schwiegersohn begannen sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung. Ein Mitarbeiter der Fluggastkontrolle - Zeuge des Vorfalls – reagierte blitzschnell und griff zu dem im Terminal stationierten AED. Gleichzeitig wurde der flughafeneigene Rettungsdienst alarmiert, der schon nach wenigen Minuten eintraf. Die Patientin wurde, nachdem sie durch den Notarzt versorgt worden war, in ein Frankfurter Krankenhaus eingeliefert. Durch die schnelle Hilfe entging sie dem plötzlichen Herztod.

In den Terminals 1 und 2 des Frankfurt Airport sind seit Anfang des Jahres 16 AEDs so installiert, dass sie innerhalb einer Minute von jedem Punkt aus erreicht werden können. Mitarbeiter des Flughafens werden laufend im Umgang mit den Geräten geschult, um im Notfall die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken. In dem gemeinsam vom Flughafenbetreiber Fraport, Deutscher Herzstiftung und Deutscher Gesellschaft für Kardiologie initiierten Modellvorhaben werden alle Einsätze der halbautomatischen Defibrillatoren wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet. Anhand der Ergebnisse will man unter anderem Erkenntnisse darüber gewinnen, ob eine flächendeckende Anwendung von AEDs empfohlen werden kann.

"Die Rettungskette hat hervorragend funktioniert und der halbautomatische Defibrillator hat hervorragende Arbeit geleistet", sagt Professor Hans-Joachim Trappe, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Der Notfall habe gezeigt, dass die Überlebenschancen von Menschen mit Herz-Kreislaufstillstand erheblich verbessert werden können, wenn Defibrillatoren durch geschultes Personal eingesetzt werden. Besonders lobenswert sei, wie engagiert und sicher die Angehörigen die Herz-Lungen-Wiederbelebung angewendet hätten.

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen überhaupt. Jedes Jahr sind in Deutschland rund 100.000 Menschen betroffen. Ursache ist in den meisten Fällen das Kammerflimmern, eine besondere Form von Herzrhythmusstörungen, die so schnell und chaotisch sind, dass das Herz kein Blut mehr fördern kann und der Kreislauf zusammenbricht. Der Einsatz eines AEB ermöglicht es auch Laien, den Herztod zu verhindern.

Weitere Informationen unter www.herzstiftung.de.

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