Neue Diagnosemöglichkeiten
Gentest erkennt Tumor in der Prostata

Ein neues Verfahren könnte die Früherkennung von Tumoren der Prostata verbessern. Die Methode untersucht die Aktivität bestimmter Gene in der Vorsteherdrüse. In der klinischen Routine wird das Verfahren allerdings noch nicht verwendet. Vorher muss es sich in klinischen Studien bewähren.

DÜSSELDORF. Prostatakrebs entwickelt sich oft erst im Alter jenseits der 50. Eine frühzeitige Diagnose ist bislang schwierig. Das Problem: Die Größe und die räumliche Lage des Tumors sind zunächst oft unbekannt.

Erhärtet sich bei einem Patienten der Verdacht auf einen Prostata-Tumor, etwa durch eine erhöhte Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut, entnimmt der Arzt Gewebeproben (Biopsien) aus der Prostata und überprüft sie auf Krebszellen. Bei der Biopsie kann es aber vorkommen, dass die feine Biopsienadel die Wucherung rein zufällig verfehlt und nur tumorfreies Gewebe entnommen wird. In diesem Fall bleibt der Krebs unerkannt. „Das geschieht in etwa 30 Prozent der Krankheitsfälle“, sagt Holger Sültmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Sültmann und seine Mitarbeiter entwickelten daher einen zuverlässigeren Test für Prostatakrebs. Das Verfahren untersucht die Aktivität von fünf Genen, die sich bei Gesunden und Krebskranken deutlich unterscheidet. „Die Aktivität dieser Gene zeigt an, ob sich in der Prostata ein Tumor gebildet hat – und zwar unabhängig davon, ob die Gewebeprobe Tumorzellen enthält oder nicht“, schreiben die Forscher in der aktuellen Ausgabe Fachzeitschrift „European Urology“.

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