Neue Medikamente ermöglichen eine individuelle Therapie – Wirkstoffe fördern Aufbau von Knochensubstanz
Ärzte wollen Osteoporose früher behandeln

Die Behandlung von Osteoporose ist trotz der Erfolge bei der Entwicklung neuer Medikamente in Deutschland in der Krise. Die Diskussion um die Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkassen verunsichert die Ärzte.

DÜSSELDORF. Es gibt zwar heute eine Vielzahl alternativer Wirkstoffe, mit denen die Krankheit individuell behandelt werden kann, ungeklärt ist bislang, wie früh eine Therapie der Knochenkrankheit von den Kassen bezahlt wird.

„Da eine Diagnose von Osteoporose erst nach dem ersten Wirbelbruch abgerechnet werden kann, ist die Kostenübernahme der Behandlung bei Hochrisikopatienten bislang ungeklärt“, sagt Stephan Scharla, zweiter Vorsitzender des Kuratoriums Knochengesundheit e.V. Dabei wäre gerade bei diesen Patienten eine frühzeitige Behandlung sinnvoll, um größeres Leid zu verhindern.

Osteoporose ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens. Sie ist gekennzeichnet durch einen hohen Verlust an Knochenmasse. Dadurch nimmt die Stabilität und Belastbarkeit der Knochen stark ab. Schon durch kleinste Einwirkungen können die Knochen brechen. Gefährdete Stellen sind Hand- und Fußgelenke, Wirbelkörper sowie im fortgeschrittenen Alter die Schenkelhalsknochen.

Als Risikopatienten gelten nach neu entwickelten Leitlinien des Dachverbandes der Osteologischen Fachgesellschaften Menschen, deren Körpergröße um mehr als vier Zentimeter abgenommen hat, die im Rentenalter und untergewichtig sind, die länger als sechs Monate Kortisonpräparate genommen haben oder die im letzten Halbjahr mindestens zwei Mal ohne äußeren Anlass gestürzt sind.

„Vornehmliches Ziel muss es sein, die Zahl der Osteoporose bedingten Knochenbrüche so weit wie möglich zu reduzieren“, sagt auch Wolf Mutschler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Mit Hilfe einer leitliniengerechten Therapie, bestehend aus Sturzprophylaxe, Vitamin D und Kalzium sowie entsprechenden Medikamenten ließe sich das Risiko einer Fraktur um die Hälfte senken, so der Ärztliche Direktor am Klinikum Innenstadt der Ludwig-Maximilian Universität in München.

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