Neue Studie
Klimawandel ist größte Gesundheitsgefahr

Der Klimawandel stellt die größte Gesundheitsgefahr für die Menschheit im 21. Jahrhundert dar. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie eines internationalen Expertenteams. Hungersnöte, Wasserknappheit und Unwetterkatastrophen sind demnach nur einige der Faktoren, die zur Ausbreitung bislang unbekannter Krankheiten beitragen werden.
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HB FRANKFURT/MAIN. Der Klimawandel ist nach Überzeugung von Experten die größte globale Gesundheitsbedrohung dieses Jahrhunderts. Die Erderwärmung werde die Ausbreitung neuer Krankheiten begünstigen und zu Hungersnöten, Wasserknappheit und Unwetterkatastrophen führen, prognostiziert ein interdisziplinäres Forscherteam in der renommierten Medizinzeitschrift „The Lancet“.

„Der Klimawandel ist ein Gesundheitsthema, das Milliarden von Menschen angeht. Es ist nicht nur ein Umweltproblem, das sich um Eisbären oder Abholzung dreht“, sagte Anthony Costello vom Londoner University College. Die Auswirkungen würden auf der ganzen Welt zu spüren sein. „Und nicht in einer fernen Zukunft, sondern noch zu unseren Lebzeiten und zu den Lebzeiten unserer Kinder.“

In dem Bericht zeichnet das Forscherteam, dem neben Mediziner auch Ökologen, Ökonomen, Juristen und Ingenieure angehören, die Folgen einer globalen Erderwärmung auf, bei der die Temperatur um mindestens zwei, möglicherweise sogar bis zu sechs Grad Celsius steigen wird. Dies begünstige die Ausbreitung von Tropenkrankheiten wie Malaria oder Denguefieber auch in bislang gemäßigte Regionen, die darauf nicht vorbereitet seien.

Wie sehr allein schon die hohen Temperaturen Menschen zu schaffen macht, zeigte die Hitzewelle des Jahres 2003, die allein in Europa bis zu 70 000 Todesopfer forderte. Noch stärker sind vermutlich Bewohner von Entwicklungsländern Wetterextremen ausgesetzt.

Gerade dort dürfte die Bevölkerung auch besonders unter den wärmebedingten Ernteeinbußen leiden. Eine Temperaturzunahme von einem Grad Celsius kann den Forschern zufolge zu einem Ertragseinbruch von 17 Prozent führen, was die Lebensmittelpreise weltweit steigen ließe. Weiter verschlimmert werde diese durch die ebenfalls drohende Wasserknappheit.

Als Gegenmaßnahme fordern die Wissenschaftler, die Gesundheitssysteme weltweit auf die Veränderungen vorzubereiten. Costello strebt eine internationale Konferenz an, an der gerade auch die Entwicklungsländer teilnehmen sollten. „Alle Hauptakteure - aus Gesundheit, Politik, Wissenschaft, Technik und Gesellschaft - müssen zusammenkommen“, sagt er. „Wir brauchen eine öffentliche Gesundheitsbewegung, um mit dem Klimawandel umzugehen.“

Die Verwendung fossiler Brennstoffe sollte demnach möglichst reduziert werden. Davon profitiert dem Experten zufolge nicht nur das Erdklima, sondern auch direkt die Gesundheit der Menschen. Wer weniger Auto fährt und sich mehr bewegt, beugt gegen Übergewicht, Diabetes und Herzprobleme vor. Und eine geringere Luftbelastung senkt zudem das Risiko für Herz- und Lungenerkrankungen.

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