Neue Technik
Test hilft bei der Therapieplanung

Die Arzneimittelhersteller investieren verstärkt in die so genannte Pharmakogenetik, in die Erforschung der genetischen Ursachen für eine unterschiedliche Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten.

hsn DÜSSELDORF. Neben einem verbesserten therapeutischen Nutzen erhoffen sich die Unternehmen, dass mit der neuen Technik klinische Prüfungen in Zukunft verkürzt und gezielter an kleineren Patientengruppen durchgeführt werden können.

Obwohl es schon erste Erfolge auf dem Weg zu einer individuellen Therapie gibt, befinden sich die meisten Projekte noch in der Grundlagenforschung. Die Hersteller sammeln während ihrer klinischen Studien zu neuen Medikamenten Blut- und Gewebeproben für pharmakogenetische Untersuchungen und versuchen Zusammenhänge zwischen genetischer Ausprägung und auftretenden Nebenwirkungen zu erkennen. Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) werden solche Daten inzwischen bei rund 13 Prozent der bis 2009 laufenden Projekte gesammelt. Von den insgesamt 41 Projekten, die weltweit durchgeführt werden, werden 37 auch an deutschen Kliniken durchgeführt. Das sei ein Beleg dafür, dass die deutschen Forscher ganz vorne dabei sind, sagt VFA-Sprecher Rolf Hömke.

Ein Beispiel, welchen Nutzen die pharmakogenetischen Erkenntnisse haben können, gibt ein Test, der von Hoffmann La Roche entwickelt wurde, seit Ende 2004 zugelassen ist und vor allem von Kliniken eingesetzt wird, um Patienten besser auf Medikamente einzustellen. Der Test macht Jagd auf zwei Gene, die im Körper für den Stoffwechsel von etwa 25 Prozent der in Deutschland verschriebenen Wirkstoffe verantwortlich sind. Diese Gene kommen in der Bevölkerung in verschiedenen Varianten vor. Die Unterschiede im Bauplan sind zwar nur minimal, sie legen aber fest, wie schnell ein Medikament vom Körper ausgeschieden wird und bestimmen damit, wie lange und wie stark Arzneimittel wirken. Wenn der Arzt weiß, wie der Stoffwechsel des Patienten funktioniert, kann er die Therapie entsprechend planen.

Neben den Pharmaherstellern erhoffen sich vor allem Hersteller von Diagnostikprodukten einen neuen Markt von dem Trend zur individuellen Therapie. Hersteller wie Qiagen kooperieren mit Pharmafirmen, um früh einen Fuß in den Markt zu bekommen und entwickeln für Unternehmen, die keinen eigenen Diagostikbereich haben, die Gentests. „Unser Service besteht darin, die gefundenen genetischen Muster in ein Testkid umzusetzen, mit dem dann später der Arzt auf Basis einer Blutprobe die Veranlagung seiner Patienten erkennen kann“, sagt Frank Krieg Schneider, Leiter der molekularen Diagnostik bei Qiagen.

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