Organspende
Ringtausch bringt neue Hoffnung für Nierenkranke

Per Ringtausch zur neuen Niere: Ein US-Pilotprojekt soll mehr Organspenden ermöglichen und die Wartezeiten für Kranke deutlich verkürzen.
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WashingtonEine neue Niere kann über Leben und Tod entscheiden. Aus ethischen Gründen unterliegen Organtransplantationen jedoch strengen Gesetzen. In Deutschland ist die Lebendspende nur erlaubt, wenn Spender und Empfänger verwandt sind oder sich sehr nahe stehen. Die Organe von Verstorbenen werden über Wartelisten verteilt, Patienten müssen sich meist viele Jahre gedulden.

Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Cross-Over-Transplantationen. In Deutschland werden sie bisher nur selten durchgeführt, in den USA hingegen sind sie in vielen Klinik längst an der Tagesordnung – und es sollen noch mehr werden.

Nicht selten haben Nierenkranke einen Partner oder einen anderen Angehörigen, der bereit wäre, eine gesunde Niere zu spenden. Doch nicht jedes Organ passt zu jedem Körper. Bei der Cross-Over-Methode werden zwei oder mehr geeignete Paare kombiniert: Ein Gesunder spendet eine Niere an einen Fremden, dessen Partner wiederum spendet eine seiner Nieren dem Partner des anderen Spenders.

Um solche Kontakte vermitteln zu können, braucht ein Transplantationszentrum lange Listen mit willigen Kandidaten. In den USA will man einen Schritt weiter gehen. In einem Pilotprojekt will das „United Network for Organ Sharing“ (UNOS) eine landesweite Datenbank erstellen. Über eine gezielte Förderung von „gepaarten Spenden“ soll die Zahl der Nierentransplantationen um mehrere Tausend pro Jahr erhöht und die durchschnittliche Wartezeit der Patienten deutlich verkürzt werden.

„Je mehr Menschen beteiligt sind, desto leichter lassen sich Übereinstimmungen finden“, sagt Dorry Segev von der Johns Hopkins Universitätsklinik in Baltimore. Der Chirurg ist einer der Koordinatoren des UNOS-Projekts, das von vier großen US-Transplantationszentren initiiert wurde.

Die „gepaarte Nierenspende“ ist kein revolutionäres Novum, aber noch ist das System auch in den USA ausbaufähig. In den vergangenen drei Jahren wurden 760 solche Operationen durchgeführt – bei insgesamt rund 17 000 Transplantationen jährlich. In der Regel müssen die Patienten selbst die Initiative ergreifen und oft weite Reisen in Kauf nehmen.

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