Personalisierte Medizin
Für jeden Patienten die richtige Pille

Auf der Suche nach individuell abgestimmten Medikamenten sind die Forscher ein gutes Stück voran gekommen: Ein neues Arznei-Konzept sorgt dafür, dass nicht mehr alle Patienten über einen Kamm geschoren werden.

DÜSSELDORF. Schrittweise nähern sich die Pharmahersteller einem neuen Arznei-Konzept, bei dem nicht mehr alle Patienten bei der Entwicklung eines Medikaments über einen Kamm geschoren werden. Dazu verknüpfen sie genetische Eigenschaften von Zellen, individuelle Merkmale eines Patienten und Erkenntnissen aus der Wirkstoffforschung miteinander. Die Abstimmung der Arzneimitteltherapie auf den Einzelnen könnte helfen, Krankheiten effektiver als bisher zu behandeln, Nebenwirkungen zu minimieren und das Verabreichen unwirksamer Medikamente zu verhindern.

Wie stark und wie lange ein Medikament im menschlichen Körper wirkt und welches Nebenwirkungsrisiko damit verknüpft ist, hängt von den persönlichen Eigenschaften eines Patienten ab, unter anderem vom genetischen Profil. Fast ein Drittel der bei der Patientenversorgung investierten Mittel werden falsch eingesetzt, sagt Michael Ruhl. Das Mitglied der Geschäftsleitung des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton in München geht davon aus, das durch personalisierte Medizin jährlich bis zu 250 Milliarden Euro weltweit eingespart werden könnten.

„Die so genannte personalisierte Medizin ist keine Vision“, sagt Peter Lichter, Leukämieexperte am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. In allen Phasen der Medikamentenentwicklung suchen Spezialisten bei Unternehmen wie Pfizer, Hofmann-La Roche, Bayer, Schering oder Boehringer Ingelheim nach Zusammenhängen zwischen der Wirksamkeit eines Wirkstoffs und den genetischen Eigenschaften des Empfängers. „Das gehört mittlerweile zu den Routineaufgaben für die Entwicklungsprozesse“, sagt Andreas Barner, Forschungsvorstand bei Boehringer Ingelheim Pharma.

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