Psychologie
Wer viel Geld hat, braucht keine Freunde

Wir haben's doch gewusst: Geld lindert Schmerzen. Wissenschaftler haben jetzt die psychologische Kraft von Scheinen und Münzen analysiert. Ihre Ergebnisse rütteln auf - und zeigen, wie tief die Macht der Finanzen in unserer Seele verwurzelt ist.

DÜSSELDORF. Geld besitzt offenbar nicht nur Kauf-, sondern auch Heilkraft. Das Bewusstsein, über Geld zu verfügen, kann, so zeigen sozialpsychologische Studien, das Leiden an gesellschaftlicher Zurückweisung und sogar an körperlichen Schmerzen mindern.

Die Psychologen Xinyue Zhou, Kathleen Vohs und Roy Baumeister berichten in der Fachzeitschrift "Psychological Science" über sechs Versuchsreihen mit Probanden zur "Symbolischen Kraft des Geldes". Die Autoren stellen dabei fest: "Das Hantieren mit Geld (verglichen mit anderen Papieren) verringerte den Ärger über sozialen Ausschluss und linderte die körperlichen Schmerzen beim Eintauchen in heißes Wasser. Daran erinnert zu werden, dass man Geld ausgegeben hat, vergrößert dagegen sowohl die soziale Enttäuschung als auch die körperlichen Schmerzen." Sie bemerkten auch umgekehrt, dass persönliche Zurückweisung und körperliche Schmerzen gleichermaßen das Verlangen nach Geld steigerten.

Die Forscher erklären diese Phänomene dadurch, dass Geld "möglicherweise gesellschaftliche Anerkennung ersetzen kann, indem es die Fähigkeit verleiht, Nutzen aus dem sozialen System zu ziehen." Die Psychologen stützen damit frühere Forschungen, die nahelegen, dass sozialer Stress und körperliche Schmerzen nach gleichen Mechanismen funktionieren.

"Diese Studien zeigen, wie der erworbene symbolische Wert von Geld, vielleicht aufgrund der Assoziation mit Macht oder Kontrolle, die Antworten auf sowohl emotionalen als auch auf körperlichen Schmerz beeinflussen kann", sagte Harriet de Wit vom medizinischen Expertennetzwerk "f1000 Medicine". Diese Erkenntnisse seien vor allem für Gesellschaften mit wachsendem Wohlstandsgefälle von großer Bedeutung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%