Schnellere Diagnose
Forscher optimieren Tuberkulose-Test

Ein Drittel der Menschen tragen Tuberkulose-Keime in sich. Aber Hauttests sind unsicher, deswegen suchen Forscher nach besseren Diagnoseverfahren. Jetzt hat ein Londoner Team eine Methode vorgestellt, aus der ein präziser und kostengünstiger Schnelltest entstehen könnte.

BERLIN. Die Tuberkulose ist nach wie vor einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Betroffene haben oft nur eine Chance, wenn sie frühzeitig mit Medikamenten behandelt werden können. Daher ist so wichtig, die Lungen-Krankheit so schnell wie möglich zu diagnostizieren. Weil die bisherigen Methoden nicht zufrieden stellen, arbeiten weltweit zahlreiche Teams daran, neue Tuberkulose-Test zu entwickeln.

Neue diagnostische Verfahren für die Tuberkulose sind notwendig, da der standardmäßig zur TB-Diagnose eingesetzte Tuberkulin-Hauttest zu unsicher ist. Sowohl eine Infektion mit verwandten, meist nicht krank machenden Mykobakterien als auch eine vorausgegangene Impfung können eine irrtümlich positive Reaktion verursachen.

Erst vor kurzem hat ein Team aus London eine Methode zum Nachweis von Tuberkulose (TB) vorgestellt, aus der ein präziser und kostengünstiger Schnelltest entstehen könnte. Bei dem auch als „proteonomischer Fingerabdruck“ bezeichneten Verfahren weisen die Wissenschaftler eine Infektion anhand des Eiweißmusters nach, das der Erreger im Blut hinterlässt. In einer Pilotstudie erreichten sie eine Treffsicherheit von rund 90 Prozent, berichten Sanjeev Krishna und seine Kollegen im Fachmagazin „The Lancet“.

Bereits seit zwei Jahren sind die Test-Systeme „T-Spot“ und „Quantiferon“ der Unternehmen Oxford Immunotec aus England und Cellestis aus Australien auf dem Markt. Sie weisen im Blut den Botenstoff Gamma-Interferon nach, das Zellen des Immunsystems als Reaktion auf die TB-Infektion bilden. Klinische Studien bescheinigen den neuen Tests eine höhere Spezifität im Vergleich mit dem Tuberkulin-Test.

Allerdings sind sie recht teuer und benötigen ein gut ausgestattetes Labor. Um den neuen Test auch in den Ländern mit den meisten Tuberkulose-Erkrankungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa nutzen zu können, müsste die Methode nicht nur wesentlich billiger, sondern auch einfacher zu handhaben sein, gibt der Tuberkulose-Experte Klaus Magdorf vom Emil von Behring-Klinikum in Berlin zu Bedenken.

Die Forscher aus London haben die Herausforderung angenommen. Sie arbeiten an einfachen Teststreifen, die billig und in der Durchführung ähnlich unkompliziert wären wie ein Schwangerschaftstest. Doch bis zur Marktreife scheint es noch ein weiter Weg zu sein.

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