Schweinegrippe
Frühere Grippeerkrankung stärkt Immunabwehr

Frühere Infektionen mit normalen Grippeviren bieten offenbar einen gewissen Schutz vor der Schweinegrippe. Laut einer Studie von US-Wissenschaftlern könnte die durch die Vorerkrankung aktivierte Immunabwehr für einen milderen Verlauf der Schweinegrippe sorgen.
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HB WASHINGTON. Ähnlichkeiten zwischen dem Schweinegrippevirus und anderen Grippestämmen lassen vermuten, dass Teile der Bevölkerung gegen die neue Infektion gut gewappnet sind. Das berichtet eine amerikanische Forschergruppe um Bjoern Peters vom La Jolla Institute for Allergy and Immunology in Kalifornien, USA. Eine aufgrung früherer Grippeinfektionen vorhandene Immunabwehr könnte den Verlauf der Schweingrippe wahrscheinlich abmildern, so die Forscher.

Peters und seine Kollegen verglichen dreidimensionale Strukturen an der Virusoberfläche, sogenannte Epitope, die das menschliche Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen. Da die Schweinegrippe-Epitopen denen anderer, älterer Grippeerreger ähneln, könnten Menschen, deren Immunsystem mit den anderen Gripperrregern vertraut ist, auch gegen die neue Grippe teilweise geschützt sein.

Insgesamt fanden die Forscher fanden 49 Prozent der bislang bekannten Grippe-Epitope auch im Schweinegrippevirus. Je nach Art des Epitops gab es allerdings große Unterschiede: Nur 17 Prozent der sogenannten B-Zellen-Epitope des Schweinegrippevirus gleichen jenen bekannter Grippeviren und werden daher von B-Zellen des menschlichen Immunsystem erkannt, immerhin aber 69 Prozent der sogenannten T-Zellen-Epitope der Schweinegrippe. Daraus schließen Peters und seine Kollegen, dass zwar nur geringer Schutz gegen eine Infektion mit der Schweinegrippe besteht, der Verlauf der Krankheit sich allerdings kaum von einer normalen Grippe unterscheiden wird.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde (CDC) zählte zwischen Mitte April und Ende Juli 2009 mehr als eine Million Schweinegrippe- Erkrankungen, von denen 5000 in Krankenhäusern behandelt wurden und 302 zum Tode führten. Auch diese Zahlen weisen auf einen vergleichsweise milden Verlauf der Schweinegrippe hin, erklären die Forscher.

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