Vogelgrippe
Angst vor dem Supervirus lähmt die Forschung

Wegen drohender Bioterrorismus-Gefahr verkündeten Forscher vor einem Jahr einen drastischen Schritt: Für 60 Tage wollten sie die Arbeit mit einem hochgefährlichen Virus auf Eis legen. Doch die Forschung ruht bis heute.
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New YorkGroße Hysterie, ausgelöst von kleinen Frettchen: Bei Forschungen zur Vogelgrippe infizierten niederländische Wissenschaftler die Marder mehrfach hintereinander mit dem Virus H5N1. Das Ergebnis: Ein gefährliches Supervirus, das sich rasend schnell unter den Tieren ausbreitete und die meisten von ihnen tötete.

Forscher im US-Bundesstaat Wisconsin kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Ein „dummes Experiment“ sei es gewesen, gestand Ron Fouchier von der Erasmus-Universität in Rotterdam später ein. Aber das Supervirus war in der Welt und mit ihm die Hysterie: Was würde passieren, sollte der Erreger in falsche Hände geraten?

Von möglichem Bioterrorismus war die Rede, und als dann sogar die US-Regierung darum bat, die Ergebnisse nicht zu veröffentlichen, entschieden sich die Wissenschaftler zu einem drastischen und seltenen Schritt: 60 Tage lang würden sie alle Forschungen mit der neuen Variante des H5N1-Erregers auf Eis legen.

Am kommenden Sonntag (20. Januar) ist die Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung von 39 Wissenschaftlern auf den Webseiten der Fachjournale „Science“ und „Nature“ genau ein Jahr her - doch die Arbeit ruht noch immer. Aus den geplanten 60 Tagen sind rund sechsmal so viele geworden.

Aber das sei nicht schlimm, sondern gut so, sagt Anthony Fauci, einer der bekanntesten amerikanischen Immunbiologen. „Das wurde alles sehr stark überbewertet damals.“ Die Auszeit habe geholfen, alle zu beruhigen. „Sie dauert jetzt schon so lange an, weil es so viele Diskussionen gibt.“

Das Problem sei nun einmal komplex, so Fauci, der das Nationale Forschungsinstitut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland leitet. „Zunächst einmal wissen wir bisher nur, dass das neue Virus bei Frettchen so einfach übertragbar ist. Wie das beim Menschen ist, wurde ja noch gar nicht erforscht.“

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Sorgfalt geht vor Schnelligkeit

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