Cyber-Kriminalität
So versichern Sie sich gegen Hacker

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Cyber-Versicherungen sind bezahlbar

Einer der Gründe für diese neue Form der Versicherung sei, dass bestehende Verträge häufig Ausschlüsse für Cyber-Risiken hätten. So erklärte der Geschäftsführer der Versicherungsagentur Marsh, Georg Bräuchle, dem Versicherungsjournal kürzlich: „Das führte beispielweise dazu, dass ein Unternehmen, bei dem das Hochregallager wegen einer Cyberattacke nicht mehr lief, insgesamt einen Schaden von 695.000 Euro selbst schultern musste.“ Die Versicherung, die für den Produktionsstopp aufgekommen wäre, weigerte sich in diesem Fall die Kosten zu übernehmen.

Die Fakten zeigen: Versicherungen zur digitalen Gefahrenabwehr sind wichtiger als je zuvor. Nicht nur große Unternehmen, auch kleinere Mittelständler sind häufig Ziel von Cyber-Attacken. Gerade kleine Firmen unterschätzen häufig die Gefahr eines Angriffs, weshalb eine Cyberversicherung nicht nur für die großen Konzerne wichtig ist. Jens Lison, Vorstandsmitglied der Allianz stellt klar: „Diese kleineren und mittleren Unternehmen sind von Cyberangriffen genauso bedroht wie die Industrie. Auch sie sollen einen Versicherungsschutz vor Hackern genießen.“ Wer mit sensiblen Daten arbeitet, komme ohnehin nicht um eine Cyber-Versicherung rum, lautet das Urteil von Experten.

Im Interview mit dem Handelsblatt erklärte der Wirtschaftsprüfer Andreas Blum kürzlich: „Hacker wissen, dass viele Mittelständler vor allem aus finanziellen und zeitlichen Gründen ihre IT nicht so gut absichern können wie große Konzerne.“ Deswegen sei es dort leichter an Daten zu kommen und sogar Zugänge externer Partner zu hacken.

Unter den größten deutschen Cyber-Versicherern finden sich Namen wie Allianz, AXA, HDI oder auch die Württembergische Versicherung. Alle Versicherer bieten unterschiedliche Policen an, die unter anderem auch verschiedene Versicherungsnehmer ansprechen. Grundsätzlich kann aber jedes Unternehmen eine Cyber-Versicherung in Anspruch nehmen. Die Prämien sind abhängig von der Unternehmensgröße und dem Risiko einer erfolgreichen Cyber-Attacke. Gut gesicherte Firmen zahlen weniger als Unternehmen, die bisher nur wenig in die eigene IT-Sicherheit investiert haben.

Ein Rechenbeispiel: Ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund einer Million Euro würde bei dem Spezialversicherer Hiscox, bei einer Deckungssumme von 250.000 Euro und einer Selbstbeteiligung von fünftausend Euro, einen jährlichen Beitrag, inklusive Versicherungssteuer, von rund 800 Euro bezahlen. Etwas mehr als tausend Euro sind bei einer Deckungssumme von 500.000 Euro fällig. Im Vergleich zu möglichen Schäden, ein überschaubarer Betrag. Aber grundsätzlich gilt: Die Beiträge variieren stark und werden von Fall zu Fall individuell berechnet.

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