Notfallplan für den digitalen Ernstfall
Mittelstand unter Zugzwang

Stromausfall, Hackerangriff oder technischer Defekt: Insbesondere kleine Firmen sind auf elektronische Pannen schlecht vorbereitet und unterschätzen weitreichenden Auswirkungen. Wie ein klarer Plan aus der Misere hilft.

KölnDie Sorge um digitale Schätze ist groß: Laut „KMU-Studie 2015“ der Gothaer Versicherung geht fast jeder dritte der über 1000 befragten Mittelständler davon aus, dass ein Verlust des Computersystems inklusive der gespeicherten Daten den größtmöglichen Schaden verursachen würde. Der IT-Bereich wird damit als noch wertvoller angesehen als etwa die Betriebsgebäude oder Maschinen.

Dennoch verfügt erst die Hälfte der befragten Unternehmen über Notfallpläne für das Schreckensszenario. In Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern gilt das sogar nur für 29 Prozent. Dabei hilft ein klarer Maßnahmenkatalog, den Betrieb im Ernstfall schnell wieder aufzunehmen. Denn dafür müssen viele Abteilungen an einem Strang ziehen – und gut vorbereitet sein.

In kleinen Unternehmen kann das organisatorisch mit einfachen Schritten beginnen. Passwörter und wichtige Anweisungen zur Datenwiederherstellung sollten beispielsweise auch einigen Mitarbeitern neben dem Administrator bekannt sein, falls der IT-Ausfall in dessen Abwesenheit geschieht.

Buchhaltung und Rechnungswesen gefordert

Eine weitere Frage, die es zu klären gilt: Wie und von wem werden Kunden oder Lieferanten informiert? Für Unternehmen, die in die Netzwerke oder Lieferketten kritischer Infrastrukturbetreiber eingebettet sind, kann nach dem neuen IT-Sicherheitsgesetz zudem eine anonyme Meldung an die Behörden nötig sein.

Bei der internen Beratung zur Sicherung und Wiederherstellung von Daten sind auch die Buchhaltung und das Rechnungswesen gefordert: Auf den Verantwortungsbereich dieser Abteilungen zielen die im Januar aktualisierten „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“.

Besonders wichtig ist die Dokumentation der Prozesse rund um die Aufbewahrung. Sonst droht bei einem Datenverlust zusätzlicher Ärger mit den Finanzbehörden. „Da findet man viele Unternehmen, die ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht haben“, sagt Michael Rath, Fachanwalt für IT-Recht bei der Kölner Rechtsanwaltsgesellschaft Luther.

Manuel Heckel
Manuel Heckel
Pressebüro JP4
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