Auto 4.0
Wenn Alt und Neu zusammenarbeiten

Nur Autos bauen war gestern: Die digitale Revolution hat auch für die Autobranche massive Auswirkungen. Im Ringen um neue Mobilitätskonzepte formen sich neue Allianzen von „old“ und „new economy“.
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StuttgartEs ist eine Allianz von „old“ und „new economy“. Vor Jahren noch schien so etwas, das vor wenigen Wochen die Runde machte, kaum vorstellbar: Ein Autoriese wie Daimler übernimmt einen App-Anbieter - um sich mit der Taxivermittlungs-App MyTaxi besser für die Mobilität der Zukunft zu positionieren. Wie die gesamte Industrie stecken auch die Autohersteller im digitalen Umbruch. Das Auto 4.0 kommt.

Für die Unternehmen ist dies nicht weniger als eine Zeitenwende: Sie verstehen sich längst nicht nur mehr als reine Hersteller, sondern als Mobilitätsdienstleister. Die beiden Megatrends: alternative Antriebe wie Elektroautos sowie das „vernetzte und integrierte Auto“, das mit Hilfe von anderen Angeboten wie Apps zum öffentlichen Nahverkehr, zu Mitfahrzentralen oder zu Taxifirmen verbunden wird.

Daimler hat nun gehandelt und baut mit der Komplettübernahme von MyTaxi seine Mobilitätsdienstleistungen aus. Dazu zählt bereits das Carsharing-Angebot „Car2Go“. Das Ziel: Mobilität soll „einfacher“ und „integrierter“ werden. Mit der Tochter Moovel wollen die Stuttgarter die unterschiedlichsten Verkehrsmittel vereinen: Auto, Bahn, Straßenbahn, Bus, Mitfahrgelegenheiten, Taxen. In Nordamerika übernimmt Moovel gerade die ähnlich aufgezogene Mobilitätsplattform RideScout, die dort in etwa 70 Städten funktioniert.

Auch andere Hersteller wie BMW oder Volkswagen arbeiten derzeit an Zukunftskonzepten. Es geht dabei auch darum, der jüngeren Generation, die Autos oft längst nicht mehr als Statussymbol betrachtet, Alternativen zum klassischen eigenen Wagen zu bieten. Außerdem sollen auf diesem Weg neue Technologien ausprobiert werden.

Das Denken gehe weg vom Thema „Wie verkaufe ich ein Auto?“ und hin zur Frage „Wie kann man das Auto am besten in einer Mobilitätskette nutzen?“, erklärt Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Die neuen Mobilitätskonzepte seien ein wichtiges Thema für die Autobauer mit „enormen Möglichkeiten“.

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