Smart Home
Ein Schutzschild fürs private Heim

Was passiert, wenn Hacker das smarte Haus für sich entdecken – samt Herd, Waschmaschine und Überwachungskameras? Die Unternehmen erkennen, dass Sie die Sicherheitsstandards bei der Vernetzung erhöhen müssen.
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BerlinSeit Tagen schwelgen die Hersteller von Hausgeräten, Unterhaltungselektronik und Smartphones von ihren Möglichkeiten bei einem vernetzte Haus – zu besichtigen auf der Ifa, die heute endet. Es ist ja auch zu schön: Alle Geräte im privaten Heim kommunizieren miteinander und tauschen ihre Daten aus, der Besitzer kann sie von jedem Platz der Welt mit Handy, Tablet oder Laptop kontrollieren und steuern. Doch die schöne Welt hat Macken bekommen, seitdem Tag für Tag Meldungen über Cyber-Attacken und Datenspionage potenzielle Kunden für eine solch vernetzte Umgebung verunsichern.

Vielen Unternehmen ist inzwischen klar, dass sie ohne vernünftige Sicherheitsarchitektur ihre Produkte und Lösungen nur schwer an den Mann bringen können. „Ein vernünftiges Sicherheitskonzept ist ein zentrales Kriterium für jedes erfolgreiche Produkt in den Bereichen Smart Home und Smart Energy,“ sagt Peter Kellendonk, Chef des gleichnamigen Mittelständlers aus Köln, der Technologien für die Gerätevernetzung entwickelt.

So konzentriert sich der Hausgerätehersteller Miele darauf, den Datenfluss seiner rund 400 netzfähigen Modelle möglichst in den vier Wänden zu lassen, um ja keine Einfallstore für Hacker zu öffnen. Zwar kann ein Miele-Kunde am Display seines Backofens ablesen, wie weit die Waschmaschine im Keller gerade ist und wie lange der Geschirrspüler noch braucht – mehr als an- und abschalten oder das Waschprogramm wechseln kann er von seinem Smartphone aber nicht.

„Von Miele werden nur Statusdaten freigegeben“, sagt ein Sprecher. Bei sicherheitsrelevanten Geräten wie dem Herd oder der Gefriertruhe kann er noch nicht einmal das. So lässt sich zwar von unterwegs erkennen, dass die Herdplatte noch an ist. Den Aus-Knopf muss aber dann schon die freundliche Nachbarin drücken, wenn man nicht umkehren will. „Sollte ein Hacker in dieses System eindringen, wäre ein Schaden sehr begrenzt“, heißt es bei Miele. Ab kommendem Jahr erweitern die Gütersloher den Bedienungskomfort mit einer App auch von außerhalb – Miele verspricht höchste Sicherheitsstandards.

Der deutsche Marktführer für Hausgeräte schätzt die Gefahren aus dem Netz dann auch eher gering ein. „Das Potenzial in anderen Bereichen ist sicherlich viel höher, wenn beispielsweise der Computer angezapft wird“, heißt es.

Das mag auch damit zusammenhängen, dass Hacker das smarte Haus noch nicht richtig entdeckt haben, weil es noch so wenige davon gibt. Doch die Prognosen gehen dahin, dass in fünf Jahren rund zehn Prozent der Haushalte mit vernetzten Geräten ausgestattet sind. Schon jetzt beauftragt die Deutsche Telekom Hacker, um Sicherheitslücken bei ihrer Smart-Home-Plattform Qivicon aufzuspüren. Bislang sei man feindlichen Angreifern noch voraus, heißt es. „Eine relevante Sicherheitslücke gab es bislang nicht.“

Der Konzern setzt auch bei Qivicon auf bewährte Sicherheitsstandards: Verschlüsselung von Gerät zu Gerät, abgesicherte Router, Server in Deutschland, Nutzungsdaten der Kunden werden nicht übertragen. Aber auch in Bonn weiß man, dass der Wettstreit mit den Cyber-Kriminellen weiter geht: „Es gibt immer neue Ideen.“

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Erpressung der smarten Bewohner?

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  • Das beste Schutzschild ist, dies gar nicht erst vernetzen!

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