Neue Video-Serie
Wie die Stimme zum Erfolgsfaktor wird

Die Stimme ist ein mächtiges Instrument: Sie entscheidet darüber, welche Wirkung wir auf Zuhörer haben und ob wir sie überzeugen. Die neue Video-Serie zeigt, wie Sie Stimme und Körpersprache zu ihrem Vorteil einsetzen.
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Düsseldorf/BonnDie frühere Unsicherheit ist vergessen. Wenn Joachim Burg heute vor Kunden und Mitarbeitern steht und über neue Produkte oder Verkaufsziele spricht, weiß er genau, wie er Körpersprache und Stimme einsetzen muss, um die volle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Bei Präsentationen spricht Burg, 53, mit wohl klingender Stimme, eindringlichen Gesten - und voller Selbstbewusstsein. Geholfen hat ihm das intensive Stimmtraining, sagt Burg. „Kommunikation ist mein tägliches Werkzeug. Umso wichtiger ist es für mich, selbstbewusst aufzutreten.“ In Gesprächen strahlt Burg nun mehr Kompetenz aus, auch auf der Karriereleiter ist er vorangekommen: Vom Projektmanager hat er es zum Vertriebsleiter des Kölner Sonnenschutzspezialisten Weinor gebracht.

Joachim Burg ist kein Einzelfall. Viele Manager haben das Problem, dass sie ihre fachlichen Stärken nicht über Stimme und Körpersprache transportieren können. Wer aber in Meetings, Konferenzen oder Bewerbungsgesprächen kein Gehör findet und nicht überzeugt, hat im Berufsleben schlechte Karten. Studien belegen, dass bei Kommunikation nur zehn Prozent der Botschaft über die Worte vermittelt werden, dagegen 90 Prozent über die Stimme (Tonalität) und Körpersprache (Physiologie), die wiederum sehr eng miteinander verbunden sind.

Stimmtrainer Thomas Westerhausen nennt ein Beispiel: Ein Geschäftsführer, der zwar exzellente Zahlen vorlegt, diese aber monoton herunterleiert, wird kaum Aufmerksamkeit finden. Wirken Mimik und Gestik zudem angespannt und unsicher, werden die Zahlen endgültig zur Nebensache. „Im schlimmsten Fall glaubt man dem Mann nicht, weil der Inhalt der Worte nicht zur Stimme und Körpersprache passt“, sagt Westerhausen.

In Umfragen der Karmasin-Motivforschung bestätigten mehr als 65 Prozent der 200 befragten Führungskräfte und Personalberater, dass die Stimme für den beruflichen Erfolg immer wichtiger geworden ist. Ingrid Amon, Expertin für Stimm- und Sprechtechnik, sagt: „Die Stimme gilt in unserer kommunikativen Zeit als Schlüsselreiz. Sie öffnet oder schließt das Ohr der Zuhörer in wenigen Sekunden.“ Klang und Volumen der Stimme transportieren im besten Fall Kompetenz und Autorität. Ein Irrglaube allerdings ist, dass eine dunkle Stimme grundsätzlich besser ankommt. Tiefe Stimmen wie die von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl sollen Vertrauen vermitteln (Westerhausen nennt es das „John-Wayne-Syndrom“), lassen den Sprecher aber oft unnatürlich, sogar behäbig erscheinen.

Und dennoch: Viele Frauen in Führungspositionen imitieren häufig den tieferen Tonfall ihrer männlichen Kollegen, um vermeintlich auf Augenhöhe zu kommunizieren. Dass sie damit wenig authentisch wirken, nehmen sie in Kauf. Zu groß ist die Sorge, sich mit ihrer höheren weiblichen Stimme in Gesprächsrunden nicht durchsetzen zu können. Andererseits verkrampfen die Stimmbänder unter Anspannung häufig, dann hören sich Frauen schnell schrill oder piepsig an. Autorität klingt anders.

„Viele Frauen wünschen sich eine ausdruckstärkere Stimme, um sich im Beruf besser durchsetzen zu können“, sagt Katja Dyckhoff, die zusammen  mit Thomas Westerhausen das Institut Power Research Seminare in Bonn leitet. Beide haben bereits zahlreiche Manager geschult und ihnen dabei geholfen, ihre Stimmen weiterzuentwickeln. Auch Joachim Burg hat von der langjährigen Erfahrung des Trainer-Duos profitiert.

Handelsblatt Online zeigt von heute an bis Freitag die 7-teilige Video-Serie „Erfolgreich überzeugen durch Stimme und Körpersprache“. In kurzen Beiträgen verdeutlichen Katja Dyckhoff und Thomas Westerhausen elementare Grundlagen des Stimmtrainings und klären auf, was sich hinter Begriffen wie Resonanzräume, Stimmpotenziale und Eigenton verbirgt.

Gero Brandenburg
Gero Brandenburg
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Neue Video-Serie: Wie die Stimme zum Erfolgsfaktor wird"

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  • Für mich klingt dass gesagte plausibel. Im Kontext zu dem, was hier vermittelt werden soll, finde ich das Auftreten der Trainer authentisch.

  • Authentizität ist etwas anderes. Die beiden Trainer wirken künstlich und aufgesetzt. Stimme und Körpersprache sind ein wichtiges Kommunikationsmittel. Die beiden Figuren brillieren dabei leider nicht.

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