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Gastbeitrag zu Frauen und Innovation
Quote fressen Fortschritt auf

Die Frauenquote, findet unser Gastautor Carsten K. Rath, widerspricht dem Innovationsprinzip, weil sie nur neue Grenzen setzt, anstatt alte zu überwinden. Der Führungsexperte erklärt, warum sie nur den Zweiflern hilft.
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DüsseldorfDer Entrepreneur Carsten K. Rath ist Keynote-Speaker und Autor zu den Themen Führung und Service. Rund um den Globus hat er Tausende Mitarbeiter geführt und gibt als viel gefragter Vortragsredner den unterschiedlichsten Unternehmen Impulse für Kundenbegeisterung. Als Managementberater ist er auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene international geschätzt und hat das Vertrauen erfolgreicher Unternehmer und Führungskräfte. Für unser Businessnetzwerk Leader.In hat der Gründer der LH&E Group diesen Gastbeitrag geschrieben.

Jede Innovation in der Führung muss gegen Billionen von Gegenstimmen verteidigt werden. Eine Kernkompetenz im Leadership ist deshalb die Fähigkeit, sich über Zweifel hinwegzusetzen. Die Frauenquote widerspricht dem Innovationsprinzip, denn sie setzt nur neue Grenzen, anstatt alte zu überwinden. Sie hilft nur den Zweiflern. Und wo die Einwände im Vordergrund stehen, rücken die Ergebnisse in den Hintergrund. Freiheit ist für mich der wichtigste Wert in der Führung. Nur wenn wir als Führungskräfte frei im Denken sind, können wir freie Menschen führen. Ich kämpfe für den Geist der Freiheit in den Führungsetagen, weil ich glaube, dass sie unser größtes Pfund auf dem Weg in die Märkte und die Arbeitswelt der Zukunft ist. Doch Freiheit herrscht nicht – noch nicht. Die Diskussion um die Frauenquote zeigt, wie verkrampft wir in vielen Führungsfragen immer noch denken. Wir umarmen die Holokratie, aber Frauen in der Führung sind noch immer ein Politikum. Nein, Freiheit herrscht nicht.

Die Freiheit, die ich meine, ist vielgestaltig. Sie durchdringt jeden Aspekt der Führung, von der Entscheidungsfindung und Mitarbeiterführung über die Kommunikation und das Teambuilding bis hin zur Innovation. Mit Innovation meine ich dabei nicht etwa nur die Innovation auf der Produktebene, sondern auch die Innovation auf der Systemebene: Wie unsere Unternehmen aufgebaut sind, wie sie geführt werden und wie wir in Zukunft zusammenarbeiten werden.

Die Innovationskultur eines Unternehmens verlangt von Führungskräften ein hohes Maß an Unabhängigkeit im Denken, und darüber hinaus: ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen gegen all die Einwände der Verhinderer und der Excel-Taliban, denen wir als Führende bei jeder Veränderung ausgesetzt sind. Ich glaube: Sich über Zweifel hinwegsetzen zu können ist eine Kernkompetenz der Führung.

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  • Das Ergebnis ist, dass Quotenfrauen auf einen Schreibtisch gesetzt werden, damit jeder sie gut sehen kann, und zusätzlich dann noch der benötigte Mitarbeiter.

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