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Vodafone-Geschäftsführerin Anna Dimitrova
„Ich spreche laut und bin direkt“

Als Frau fühlte sie sich nie diskriminiert, als gebürtige Bulgarin schon: Die neue Geschäftsführerin bei Vodafone Deutschland, über Fluch und Segen der Doppelquote – und ihre Digital-Strategie für den Mobilfunkkonzern.

DüsseldorfAls Teenager erlebte Anna Dimitrova den Zusammenbruch des Sozialismus. Von ihrem Vater, der damals wie die meisten Bulgaren plötzlich arbeitslos wurde und mutig einen Weinhandel gründete, lernte sie, offen für neue Chancen zu sein. Genau zwanzig Jahre ist es her, dass sie zum Studium nach Deutschland kam. Seitdem arbeitet sie hier. Erst mit Greencard, inzwischen mit deutschem Pass, wie sie im Gespräch mit dem Handelsblatt erzählt. Ein persönliches Jubiläum, das von der heute 40-jährigen Vodafone-Managerin so nie geplant war. Premium-Inhalt: Sie haben mit diesem Text Zugang zu einem Digitalpass-Inhalt, den wir den Mitgliedern unseres Business-Netzwerkes Leader.In an dieser Stelle kostenlos zur Verfügung stellen. Erfahren Sie mehr über die Initiative Leader.In in unserer Linkedin-Gruppe.

Frau Dimitrova, Sie sind der Traum jedes Headhunters in Sachen Vielfalt: eine qualifizierte Managerin mit ausländischen Wurzeln. Was toll klingt, war aber kein optimaler Start für den Aufstieg in deutschen Unternehmen, oder?
Teils, teils. Ich habe zwar nie Vorurteile mir gegenüber als Frau gespürt – aber anfangs doch wegen meiner Herkunft.

Sie stammen aus Bulgarien. Was haben Sie denn erlebt?
Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Ich hatte 2001 mit damals 24 Jahren den besten Abschluss als Diplom-Kauffrau in meinem Jahrgang an der Uni in Erlangen-Nürnberg mit den drei Schwerpunkten Marketing, Wirtschaftsinformatik und Controlling gemacht, nachdem ich vorher in Sofia an der Universität für Weltwirtschaft studiert hatte. Und da fragt mich ein Personalberater doch tatsächlich, was ich denn besser könne als ein deutscher Bewerber. Das hat mich sehr geärgert.

Wieso?
Weil es unterstellt, Bulgarien sei ein unterentwickeltes Land. Dabei muss man sich doch zum Beispiel nur mal anschauen, wie selbstverständlich Frauen in den ehemaligen sozialistischen Staaten Führungspositionen bekleiden, auch als Mütter, und wie schwer man sich in Sachen Gleichberechtigung in Deutschland tut. Je nach Perspektive hat doch jede Nation Entwicklungsbedarf.

Warum zog es Sie überhaupt ins Ausland?
Eigentlich eine Geschäftsidee: In Österreich hatte ich gesehen, wie bunt Kleidung sein konnte im Gegensatz zu den zuhause vorwiegenden Farben Grau, Braun und Schwarz. Ursprünglich wollte ich in die Mode-Branche, um schickere Textilien in Bulgarien anzubieten.

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