Forschungsstandort Singapur
„Wettbewerb der besten Köpfe“

Klein und ohne natürliche Ressourcen pumpt Singapur viel Geld in Forschung und Entwicklung neuer Technologien. Eine deutsche Universität ist an vorderster Front dabei im „Wettbewerb der besten Köpfe“.
  • 0

SingapurEine Stadt wie in einem Science-Fiction-Film: die Häuser im Gebiet „Central Exchange Green“ in Singapur könnten aus der Kulissenwerkstatt eines Hollywood-Streifens stammen, der das Leben in 200 Jahren zeigt. Ultramoderne Architektur, Nachhaltigkeit wo man hinschaut, manikürierte Gärten. Es fehlen nur noch die futuristischen Autos, die lautlos durch die Luft schweben, angetrieben von einer Energieform - natürlich 100 Prozent sauber und erneuerbar - von der man heute noch nicht mal weiß, dass es sie gibt.

Es könnte aber gut sein, dass sie dereinst hier in Singapur entdeckt wird, vielleicht sogar von deutschen Wissenschaftlern. „Wir befinden uns in einem Wettbewerb der besten Köpfe“, sagt Dr. Markus Wächter, Direktor von TUM Asia, dem Singapurer Arm der Technischen Universität München. Die 1868 von König Ludwig II gegründet Eliteuniversität hilft Singapur, die besten Studenten und Akademiker der Welt in den Stadtstaat zu locken. Die von TUM Asia gemeinsam mit National University of Singapore (NUS) und Nanyang Technological University (NTU) geführten Master of Science – Programme sind äußerst beliebt unter Top-Studenten. Wächter: „Im Gegensatz zu reinen Universitätsprogrammen bringen wir Experten von Top-Universitäten aus der ganzen Welt zusammen, um eine Brücke zu bauen zwischen Theorie, Industriekenntnissen und Forschung“.

Damit seien junge Studierende besser gewappnet „für die Herausforderungen und für technologieorientierte Führungsrollen in einer wettbewerbsgetriebenen globalen Wirtschaft.“ Eine weitere zentrale Aufgabe für TUM Asia ist die Zusammenführung und Koordinierung von Wissenschaftlern aus Deutschland und aus Singapur mit dem Ziel, Wissenschaft und Technologie weiter zu bringen. So arbeiten Experten in einem deutschen Forschungscluster an Projekten, die alle ein Ziel haben: die Mobilität der Menschen der Zukunft zu sichern. Elektromobilität, Netzwerkbatterien, Anwendungen – neue Methoden werden erforscht und entwickelt, alte verbessert. Und das immer in Zusammenarbeit mit der Industrie. Deutsche Unternehmen - etwa BMW - sind an vorderster Front dabei.

Weiteres Standbein

Seit mehreren Jahren ist Singapur bestrebt, sich in Südostasien als internationalen Standort für Forschung und Entwicklung zu etablieren – für Research & Development (R&D). Um die Entwicklung voran zu treiben, rief der Premierminister 2004 ein Komitee ins Leben. Für die Regierung war klar, dass Singapur als Land ohne jegliche natürliche Rohstoffe nebst den bestehenden Industrien wie Logistik und Dienstleistungen ein weiteres Standbein brauchte, das langfristig Arbeitsplätze und Einkommen garantiert. Heute investiert der Stadtstaat 3,0 Prozent des BIP in die Förderung von R&D; 1990 waren es erst 1,9 Prozent. Es ist ein erklärtes Ziel der Regierung, die Forschungsergebnisse zu kommerzialisieren. Markus Wächter: „Singapur will ein ‚Return on Investment‘ für das Geld seiner Steuerzahler“.

Seite 1:

„Wettbewerb der besten Köpfe“

Seite 2:

Städteentwicklung und Mobilität

Kommentare zu " Forschungsstandort Singapur: „Wettbewerb der besten Köpfe“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%