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Jobs für digitale Nomaden
Warum Home-Office Milliarden sparen kann

Nur eine von 10.000 ausgeschriebenen Stellen bietet die Möglichkeit, dauerhaft im Home-Office zu arbeiten. Das zeigt eine Studie. Dabei bietet eine solche Option große Vorteile – auch für die Unternehmen.
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BonnWie schnell reagieren Sie auf eine eintreffende E-Mail? Ich weiß, nicht wie es bei Ihnen ist – ich antworte meistens spontan innerhalb von 60 Sekunden. Eine Angewohnheit, die leider sehr kontraproduktiv ist, denn im Grunde geht es den meisten von uns doch täglich wie dem Gast in Loriots Kalbshaxen-Sketch: Wir werden ununterbrochen unterbrochen und kommen zu nichts. Unsere Konzentration wird ständig gestört, wir reagieren auf jedes neue Signal.

„Dieser Verlust von Konzentration ist in den letzten Jahren zu einem Hauptproblem in der Arbeitswelt geworden, denn es dauert oft bis zu 30 Minuten, bis wir den ursprünglichen Faden wieder aufgenommen haben“, weiß der Autor Marco Freiherr von Münchhausen, der in seinem Buch „Konzentration“ praktische Tipps gibt, um im Alltag wieder konzentrierter bei der Sache sein zu können.

Einer Studie amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler zufolge sind 80 Prozent der Arbeitnehmer heute nicht mehr in der Lage, sich nur auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Wir leben im 21. Jahrhundert offenbar in einer durchweg konzentrationsfeindlichen Welt. Der wirtschaftliche Schaden geht laut Gallup-Institut in die Milliarden.

Ein Ausweg aus dieser Ablenkungsfalle: Home-Office. Doch während die Möglichkeit, flexibel arbeiten zu können, in den USA längst Standard ist, wird sie hierzulande eher noch als Ergänzung gesehen. Dabei fordern auch in Deutschland immer mehr Mitarbeiter diese Freiheit und Flexibilität von ihren Chefs ein, anstatt in uninspirierenden und beengten Großraumbüros daran zu scheitern, kreativ und innovativ zu arbeiten. Aber auch die Unternehmen können profitieren, denn sie sparen durch Mitarbeiter im Home-Office teure Büroflächen.

Immerhin bot 2016 laut einer Bitkom-Umfrage jedes dritte Unternehmen die Möglichkeit, zumindest teilweise von zuhause aus zu arbeiten. Doch wie verbreitet ist die Perspektive, als digitaler Nomade längere Zeit völlig ortsunabhängig tätig zu sein? Das wollte die Metajobsuchmaschine Joblift genauer wissen und untersuchte die Stellenanzeigen der letzten beiden Jahre.

Am häufigsten (zu insgesamt 39 Prozent) richteten sich Jobs, die ein solches Arbeiten aus der Ferne anbieten, an Programmierer, Texter, Marketingangestellte, Datenanalysten und Vertriebsexperten. Rund 1400 Stellenanzeigen stellten in den letzten 24 Monaten die Möglichkeit in Aussicht, eine Tätigkeit dauerhaft unabhängig von einem festen Standort zu verrichten.

Auch wenn die Zahl der Jobs für digitale Nomaden zunächst relativ hoch erscheint, machten diese nur 0,01 Prozent des knapp 16,8 Millionen Ausschreibungen umfassenden Online-Stellenmarkts aus. Zum Vergleich: 178.749 Jobanzeigen, also rund ein Prozent aller Inserate, führten im selben Zeitraum das Angebot auf, zumindest gelegentlich von zuhause aus zu arbeiten.

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Mittel gegen Fachkräftemangel

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  • agile, projektorganisierte Unternehmen mit "virtuellen" Teams und global staffing.
    Das Einsparpotential ist dabei natürlich gegeben - die resultierenden sozialen und systemischen Verwerfungen absehbar. (die hohen Lohnkosten der einen sind schließlich die Einkommen und die daraus resultierende Sozialstaatfinanzierung der anderen...)
    Und die Entwicklung ist unumkehrbar.
    Der nächste Trend im Digital Workplace nach advanced communication / advanced collaboration sind Data Mining, Pattern Recognition & Organizational Memory - d.h.: durch Auswertung der organisationsweiten Daten aus Projektsystem, ERP und auf advanced communication basierten, schriftlich fixierten, mit den benötigten Artefakten versehenen Projektkommunikationsdaten wird die artificial intelligence gefüttert. Je mehr Daten - desto überlegener die künstliche Intelligenz.
    Diese unterstützt die agilen Organisationen -vom Project Forecast, Best Practices Development, ... bis hin zum optimierten Global Staffing für die einzelnen Projekte.
    Die Voraussetzung: strikte, lückenlose Anwendung der zur Verfügung stehenden Digital Workplace Solution.
    Data is the new Oil.

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