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Studie zu „New Work“
Wo geht's hier bitte zum Arbeitsplatz der Zukunft?

„New Work“: Noch so ein Buzzword wie „Arbeit 4.0“, „digitale Transformation“ und „Work-Life-Balance“ oder ein Modell für zukunftsfähige Konzerne? Eine Studie untersucht, wie gut der Wandel gelingt – und was ihn ausmacht.
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BonnAls ich die Studie des Telekommunikationsunternehmens Sipgate zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“ las, kam mir sofort Peter Brödner in den Sinn. Ihnen wird der Name nichts sagen. Aber Brödner war in den 1980er-Jahren Experte für Automatisierung im Kernforschungszentrum Karlsruhe und er publizierte 1985 das Buch „Fabrik 2000: Alternative Entwicklungspfade in die Zukunft der Fabrik“. Darin gibt es ein Kapitel mit der Überschrift: „Der Jahrmarkt der Prophezeiungen“ und es beginnt mit einem dramatischen Auftakt:

„Selten haben sich in der Geschichte der kapitalistischen Industrialisierung Visionen über die künftige Entwicklung der Fabrik derart gehäuft wie gerade jetzt, selten auch klafften sie so weit auseinander. Kaum je in einer anderen industriellen Epoche waren die Entwürfe so weitreichend und kühn, die Parolen so aufwiegelnd und herausfordernd wie im gegenwärtigen Streit um die Zukunft der Fabrik. Kaum je zuvor hat eine Auseinandersetzung um Technik und Arbeitseinsatz in der Produktion so deutlich die Gestalt eines Glaubenskrieges angenommen.“

30 Jahre später wird Brödners „Fabrik 200“ wie so viele Zukunftsbücher von vorgestern für wenige Cent im Internet verramscht. Seine Botschaft indes ist nicht passé, denn noch immer ist die Zukunft der Arbeit in vielerlei Hinsicht unsicher und es gibt entweder zahlreiche Studien über positive Trends und Entwicklungen oder düstere Zukunftsszenarien und Horrorprognosen, die unsere Jobs in Gefahr sehen. Am vernünftigsten erscheint mir da die Aussage von Jörg Hofmann, der 2016 auf die Frage eines Journalisten nach der künftigen Wirkung der Roboter auf die Beschäftigtenzahl erwiderte: „Wer heute behauptet zu wissen, was dies in zwanzig oder dreißig Jahren in Saldo für die Zahl der Arbeitsplätze bedeutet, kann im Zirkus auftreten“, so der Vorsitzende der IG Metall.

„Die Debatte über die Zukunft der Arbeit ist nicht so neu, wie aus Unkenntnis der Geschichte heraus manchmal behauptet wird“, schreibt der Autor Joachim Radkau in seinem wunderbaren Buch „Geschichte der Zukunft: Prognosen, Visionen, Irrungen in Deutschland von 1945 bis heute“, das kürzlich bei Hanser erschienen ist. Hier habe ich übrigens auch das Zitat von Peter Brödner entdeckt.

Bevor wir nun gleich aber trotzdem zu den Ergebnissen der Sipgate-Studie kommen, noch ein Gedanke zu „New Work“ von Carsten C. Schermuly, Psychologe und Leiter des Studiengangs Internationale BWL in Berlin. Da heißt es: „New Work ist ein Trendthema und gleichzeitig ein unübersichtliches Sammelsurium verschiedener Maßnahmen und Prinzipien. Häufig werden sie ziellos und mit heftigen Nebenwirkungen in Organisationen eingeführt.“

Fakt ist: War es während der Industrialisierung so, dass die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik abwanderte, klopft sie heute wieder heftig an der Haustür. Wird sie hineingelassen, dann produziert sie nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen, wie nun die ersten Ergebnisse der Studie zeigen. Experten des Instituts IDG Research Services haben hierfür Mitarbeiter in mehr als 1.500 Unternehmen der Digitalbranche im Juni 2017 nach ihren Vorstellungen über den Arbeitsplatz der Zukunft, nach ihren Herausforderungen und Lösungsansätzen befragt.

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