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Unternehmerin Filiz Arpaci
„Frauen gehen mehr über die Gefühlsebene ran"

Filiz Arpaci ist Geschäftsführerin eines Mobilfunk-Shops Bielefeld. Als Chefin und Technik-Expertin ist sie ständig mit Vorbehalten gegen sich konfrontiert. Im Interview gibt sie Tipps für jungen Unternehmerinnen.
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Die gebürtige Ostwestfälin Filiz Arpaci, Jahrgang 1979, ist seit 2004 Geschäftsführerin eines Mobilcom-Debitel-Shops in Bielefeld. Seitdem musste sie sich intensiv mit Vorbehalten gegen eine Frau als Chefin und zugleich gegen eine Frau als Technik- Expertin auseinandersetzen. Im Interview erzählt sie, wie sie sich im Spannungsfeld der Rolle als Frau und als Unternehmerin mit hoher Technik-Kompetenz durchsetzt – und was sie anderen jungen Frauen rät.

Frau Arpaci, Sie sind in einem kleinen Dorf in Ostwestfalen mit sieben Geschwistern aufgewachsen. Woher kommt Ihre Leidenschaft für Technik?
Ich war schon als Kind immer an Technik interessiert. Meist haben aber meine Brüder technisches Spielzeug bekommen und ich sollte mich mit Puppen beschäftigen...

Mit 21 Jahren haben Sie sich dazu entschieden, Franchisenehmerin zu werden. Zwei Jahre später kam Ihre Tochter zur Welt - wir haben Sie beides unter einen Hut gebracht?
Mein Partner hat mich sensationell unterstützt. Sowohl geschäftlich als auch in der Erziehung unserer gemeinsamen Tochter. Nur so war meine Selbständigkeit weiterhin möglich.

Empfinden Sie es denn als etwas Besonderes, dass Sie als Frau den Shop eines Mobilfunkproviders leiten?
Nein. Es fällt es mir aber auf diversen Firmenveranstaltungen schon auf, dass es sehr wenige weibliche Franchisepartnerinnen gibt. Ich würde mir einen größeren Frauenanteil wünschen.

Haben Sie als Frau ein besonderes Verständnis von Vertrieb und Kundendienst?
Ich denke, dass Frauen nicht nur rational an den Vertrieb und den Kundendienst rangehen. Es geht mehr über die Gefühlsebene. Die Gespräche mit den Kunden sind nicht so faktenbezogen wie bei meinen männlichen Kollegen, wobei sie inhaltlich absolut korrekt sind.

Haben Sie Tipps für junge Frauen?
Egal, in welchem Beruf man Spaß und Freude hat – man sollte die Sache selbstbewusst und verantwortungsvoll angehen. Sich nicht unterkriegen lassen. Sich auch als Frau in so genannten Männerberufen durchbeißen.

Was wünschen Sie sich von den Männern beziehungsweise der Gesellschaft?
Keine Vorurteile Frauen gegenüber. Eine Frau ist in ihrem Beruf genauso gut wie ein Mann. Das Geschlecht spielt bei der Kompetenz absolut keine Rolle. Das sollte unsere Gesellschaft endlich anerkennen.

Besondere Situation im Geschäft?
Mein Kollege hatte einen unzufriedenen Kunden. Dieser Kunde wollte unbedingt seinen Vorgesetzten sprechen. Mein Kollege kam in mein Büro, um mich zu rufen. Als ich bei dem aufgebrachten Kunden erschien, ihn freundlich begrüßte und fragte, was ich denn für ihn tun könne, schrie er mich an und wollte den Chef sprechen. Als ich ihm freundlich sagte, dass ich die Chefin bin, drehte er sich um und verließ wortlos das Geschäft.

Frau Arpaci, ich danke Ihnen für das Interview.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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