Autovermieter Hertz
Uber bedroht ein 101 Jahre altes Geschäftsmodell

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„Das Hertz-Management schadete der Branche am meisten“

Die Autovermieter müssen ihre Flotten im denkbar schlechtesten Moment loswerden. Millionen von Fahrzeuge kommen derzeit aus ihren Leasingverträgen zurück auf den Markt. Sie stammen aus der Zeit, in der sich die US-Autobranche auf einem jahrelangen Wachstumspfad befand.

Das große Angebot macht es schwierig, alte Mietwagen am Gebrauchtmarkt zu verkaufen. Die Entscheidung von Hertz, alte Fahrzeuge sehr schnell loszuwerden, hatte die Wertverluste für die Vermietungsbranche nur noch beschleunigt. „Das Hertz-Management schadete der Branche am meisten“, sagt Jim Tennant, Direktor der Tennant Group, einem Berater der Vermietungsbranche.

Während Hertz und Avis damit kämpfen, ihr Kerngeschäft zu managen, müssen sie sich auch noch durch eine düstere Zukunft navigieren. Geschäftsreisende können sich wie bisher in einen Bus setzen, zu einer Vermietungsstation fahren, sich am Schalter anstellen und auf ihren Mietwagen warten – oder sie können einfach ihre App zücken und abgeholt werden.

Bislang haben Uber und Lyft den Autovermietern nur etwa 3 Prozent bis 4 Prozent vom Umsatz abgenommen, vor allem bei Geschäften am Flughafen-Schalter, schätzt Hamzah Mazari, Analyst bei Macquarie. Pessimistische Investoren denken seinen Worten zufolge jedoch, es könnten 25 Prozent werden. Er selbst erwartet im Schnitt 5 Prozent bis 7 Prozent.

Grob geschätzt sieht er den möglichen Umsatzverlust bei Hertz und Avis jeweils bei 200 Millionen Dollar. Jedes der Unternehmen erwirtschaftet derzeit etwa 8,6 Milliarden Dollar jährlich. „Wenn es außerhalb der Großstädte an Dynamik gewinnt, könnte es größere Auswirkungen haben“, sagte Mazari mit Blick auf das Fahrzeug-App-Geschäft. „Es könnte größer werden, besonders wenn Millennials sich mehr ans Car-Sharing gewöhnen.“

Die Autovermieter versuchen, auf die neuen Trends und Technologien aufzuspringen. So verleiht beispielsweise die Avis-Sparte Zipcar Autos an Uber-Fahrer im Rahmen eines Pilotprogramms in Boston. Und Hertz stellt Apple Wagen für Tests zum autonomen Fahren zur Verfügung.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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