Baukonzern
Bilfinger kassiert fünfte Jahresprognose

Zum fünften Mal seit Juni vergangenen Jahres muss der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger seine Jahresprognose für 2015 kassieren. Die Aktie stürzte ab – nun soll ein rigoroses Sparprogramm helfen.
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FrankfurtDer kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat nach einem Verlust zum Jahresauftakt seine Prognosen für das laufende Jahr erneut kassiert. Bilfinger werde die für 2015 gesteckten Geschäftsziele für Ergebnis und Leistung nicht erreichen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Es ist bereits die fünfte Prognosesenkung seit Juni. Um gegenzusteuern will Bilfinger nun den Sparkurs weiter verschärfen. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel fast zehn Prozent.

Wegen der schlechten Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA sowie einer sinkenden Nachfrage in der Kraftwerksparte rechnet der Konzern nun mit „erheblichen Rückgängen“ beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) gegenüber dem Vorjahreswert von 270 Millionen Euro.

Bislang hatte Bilfinger einen Anstieg von bis zu fünf Prozent prognostiziert. Das Geschäft mit Projektierung, Bau und Wartung von Kraftwerken und Stromnetzen war im vergangenen Jahr der Hauptgrund für den ersten Konzernverlust seit 1998. Lediglich die Sparte Building & Facility entwickle sich entsprechend der Prognosen, teilte Bilfinger mit.

Im ersten Quartal rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Operativ stand ein Verlust von acht Millionen Euro zu Buche nach einem Gewinn von 47 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Leistung erreichte 1,76 Milliarden Euro nach 1,72 Milliarden Euro. In der Kraftwerksparte hätten sich einige Projekte schlechter entwickelt und es habe Unterauslastungen gegeben. zudem seien deutlich weniger Aufträge im Geschäft mit Kraftwerken hereingekommen.

Übergangschef Herbert Bodner setzt nun den Rotstift an. In der Kraftwerksparte werde es zu zusätzlichen Sparmaßnahmen und einer grundlegenden Neuausrichtung kommen. Weitere Abschreibungen seien zudem nicht auszuschließen. Bodner, der seit dem Rücktritt von Roland Koch im August den Konzern übergangsweise führt, hatte bereits einen umfassenden Personalabbau angekündigt.

Sobald ein neuer Vorstandschef gefunden sei, werde Bilfinger eine neue Prognose für 2015 herausgeben. Erst vor drei Wochen hat Bilfinger einen neuen Finanzchef bekommen, den früheren Pro Sieben-Sat.1 -Finanzchef Axel Salzmann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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