DriveNow und Car2Go
Sixt deutet Gespräche über Carsharing-Bund an

Schon lange wird über eine Fusion der Carsharing-Dienste Car2Go und Drive Now spekuliert. Sixt bestätigt nun indirekt, dass Gespräche laufen. Derweil stieg der Nettogewinn beim Autovermieter unerwartet deutlich.
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München/PullachDer Autovermieter Sixt hat Gespräche mit BMW und Daimler über eine Fusion der Carsharing-Dienste der drei Konzerne durchblicken lassen. Vorstandschef Erich Sixt lehnte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zwar eine Stellungnahme ab, schilderte aber, dass er im Dezember in der Zeitung von der Diskussion gelesen habe, die nicht von Sixt ausgegangen sei.

Noch im März habe er gesagt, er sei an den Gesprächen nicht beteiligt. „Heute gibt es keinen Kommentar. Natürlich ist das etwas Anderes als die letzte Aussage. Warum sich das so lange hinzieht? Das ist nicht unser Verschulden.“ Details wollte er nicht nennen.

Sixt hatte 2011 gemeinsam mit BMW die Carsharing-Firma DriveNow gegründet und besitzt 50 Prozent der Anteile daran. Als im Dezember Spekulationen über eine Fusion mit Daimlers Dienst Car2Go aufkamen, teilte Sixt mit, dies komme für ihn nicht infrage und sei ohne seine Zustimmung nicht möglich.

Die Frage, ob er grundsätzlich zu einem Ausstieg bereit sei, ließ der Vorstandschef am Donnerstag offen. Er verwies darauf, dass die Kundenzahlen wüchsen und die Expansion weitergehe. DriveNow sei „mit großem Abstand die Nummer 1 im Carsharing-Markt“. Sixt betonte: „Wir haben hier ein Juwel im Portfolio.“

Bei Deutschlands größtem Autovermieter klingeln derweil die Kassen. Im ersten Halbjahr stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um unerwartet hohe 28 Prozent auf knapp 73 Millionen Euro, wie das Unternehmen im Münchner Vorort Pullach am Donnerstag mitteilte.

Sixt profitierte dabei von den schwierigen Verhältnissen in der Türkei, in Ägypten und Tunesien. Der Autovermieter hatte darauf gesetzt, dass viele Touristen deshalb lieber nach Spanien, Frankreich und Italien reisten – was sich erfüllte. Auch in den USA liefen die Geschäfte gut, so dass die Auslandsumsätze in der Autovermietung um mehr als 12 Prozent auf 453 Millionen Euro stiegen.

Sixt hat zwei Geschäftsbereiche: Autovermietung und Leasing. Insgesamt legte der Umsatz um 5,7 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro zu. Der deutsche Markt spielt in der Autovermietung inzwischen nur noch die zweite Geige: Mehr als die Hälfte der Erlöse wurden im Ausland erwirtschaftet. Sixt hatte bereits im Juli die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Die Börse reagierte erfreut: Im SDax der kleineren Werte legte die Sixt-Aktie am Vormittag um 2,6 Prozent zu und war damit Spitzenreiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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