Gebäudeausrüster
Imtech-Mutterkonzern verhängt Zahlungsstopp

Gebäudeausrüster unter Druck: Die Krise bei Imtech verschärft sich nach der Insolvenz der deutsche Tochter deutlich. Die Folge: Der Mutterkonzern zahlt kein Geld mehr – nach Imtech-Angaben „nur vorübergehend“.
  • 0

DüsseldorfDie Krise des niederländischen Gebäudeausrüsters Imtech hat sich nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagausgabe) erneut dramatisch verschärft. Nachdem die deutsche Tochter des Konzerns am Donnerstag einen Insolvenzantrag gestellt hatte, verhandelte Imtech sowohl Freitag als auch das ganze Wochenende mit seinen kreditgebenden Banken. Wie das Unternehmen in einer internen Mail an Führungskräfte jedoch mitteile, führten diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis. Imtech verhängte deshalb bis auf weiteres einen totalen Zahlungsstopp.

„Es wird heute absolut keine Auszahlungen geben“, heißt es in einer internem Mail von Montagmorgen. „Das schließt auch solche Zahlungen ein, die geschäftskritisch sind. Es werden auch keine Bestellungen für mehr als 10.000 Euro getätigt und keine Kunden-Bestellungen für mehr als 20.000 Euro angenommen.“

Imtech rechnet offenbar mit Protesten seiner Führungskräfte, bezeichnete diese Maßnahmen aber als unumgänglich. „Mir ist bewusst, dass dies aus geschäftlicher Sicht töricht erscheint“, schreibt ein Spartenchef an seine Führungskräfte. „Aber das Risiko solcher Zahlungen ist aus juristischer Sicht größer als der geschäftliche Gewinn. Ich hoffe, nächstes Mal gibt es bessere Nachrichten. Die oben genannten Anweisungen gelten bis auf weiteres.“

Imtech wollte sich zu Details und Dauer der Anweisung nicht äußern. „Dies ist eine vorübergehende Maßnahme“, sagte ein Unternehmensvertreter. „Wir geben hierzu keinen weiteren Kommentar.“ Der Kurs der Imtech-Aktie brach am Montag erneut um 40 Prozent ein. In den vergangenen zehn Tagen ist sie um 90 Prozent gefallen

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

Kommentare zu " Gebäudeausrüster: Imtech-Mutterkonzern verhängt Zahlungsstopp"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%