GTI Travel zahlungsunfähig
Mehrere Hundert Touristen in Türkei gestrandet

Der Türkeireise-Spezialist GTI Travel steht davor, Insolvenz anzumelden. Betroffen ist auch die Fluggesellschaft Sky Airlines. Vor allem in der Türkei sitzen Hunderte deutsche Touristen fest und warten auf Rückflüge.
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DüsseldorfDer Reiseveranstalter GTI Travel steht offenbar kurz davor, Insolvenz anzumelden. Die operative Tätigkeit hat das Unternehmen bereits eingestellt. Der Insolvenzversicherer Tourvers/Hanse Merkur hat mit der Gesellschaft einen Krisenstab eingerichtet und ist dabei, Hunderte Touristen zurückzuholen, die vor allem in der Türkei gestrandet sind.

Von den finanziellen Schwierigkeiten der GTI-Muttergesellschaft Kayi Group seien auch der Veranstalter Buchmal Reisen sowie die Fluggesellschaften Sky Airlines und die in Auflösung begriffene German Sky betroffen, berichtet unter anderem das Portal „Touristik aktuell“. GTI Travel hat sich auf Reisen in die Türkei spezialisiert.

Wie viele Urlauber genau von der Insolvenz betroffen sind, sei noch unklar, so ein Hanse-Merkur-Sprecher zu Handelsblatt Online. Die Daten habe man angefordert, aber noch keine Auskunft vorliegen. Bereits in der Nacht seien aber 200 Touristen auf alternative Flüge nach Deutschland oder Holland umgebucht und zurückgebracht worden. Am Flughafen Antalya war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Sky Airlines informiert auf der eigenen Homepage, den Betrieb eingestellt zu haben. Bereits am Montagabend waren alle Flüge annulliert worden. Wer nicht über GTI Travel gebucht habe und mit Sky Airlines fliege, muss sich an den eigenen Reiseveranstalter wenden.

Neue GTI-Urlauber könnten auf keinen Fall mehr ihren Urlaub antreten. Sky Airlines fliegt unter anderem von Paderborn, Frankfurt und Nürnberg. „Wir sind gerade dabei, die Situation zu ordnen und Entscheidungen zu treffen, wie wir jetzt vorgehen“, sagte Vertriebschef Tunc Oezler „Touristik aktuell“. Die Mitarbeiter der GTI-Zentrale in Düsseldorf sollen nicht von der Geschäftsführung, sondern von Tourvers von der Insolvenz erfahren haben, schreibt das Portal weiter. Am Dienstagvormittag arbeiten die Beschäftigten daran, alternative Flüge für die Kunden aufzutreiben.

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  • „Quatsch“ ist lediglich das Beispiel aus Ihrem „Spiel“!

    Was hat aufmerksame Postkutschenhersteller daran gehindert, statt Postkutschen Autos zu produzieren? Da haben wohl viele ehemalige Postkutschenhersteller, die noch im Tiefschlaf waren, die Signale der Marktveränderungen nicht gehört, die von anderen Unternehmen dagegen erfolgreich aufgenommen und sogar bis in die Gegenwart erfolgreich umgesetzt worden sind.

    Wenn niemand mehr Postkutschen kauft, dann ändern vorausschauende Unternehmen ihre Produkte und Leistungen. Eben Fortschritt, statt Stillstand. Für diesen Schritt muss kein Unternehmen Insolvenz anmelden, sondern sich schlicht und einfach verändern. Doch genau darin liegt das Problem für viele Möchtegernunternehmer, die schlicht gesagt beratungsresistent für betriebliche Veränderungen sind und aus naiver Überzeugung auf der Geschäftsphilosophie reiten: „So haben wir schon immer getan, so werden wir es auch in Zukunft tun.“ Diese Unternehmen haben längst einen ausgefüllten Insolvenzantrag in einer Schublade liegen, aber das erzählen sie nicht auf Partys.

    Bitte reden Sie die Insolvenz nicht schön. Es ist und bleibt das Erkennungsmerkmal für das totale Versagen im Unternehmen und gilt zugleich als Quittung für die Inkompetenz, die zur Insolvenz geführt hat. Jeder erfolgreiche Geschäftsmann mit echtem Unternehmergeist möchte mit solchen Versagern niemals zusammen in einem Boot sitzen müssen, denn das säuft garantiert schneller ab, als das Wasser eintreten kann.

  • Wer in diesen Unrechtsstaat fährt, verdient es nicht besser.
    Die Bevölkerung wird malträtiert. Aber Hauptsache alle Drinks billig inklusive. http://kurier.at/politik/ausland/proteste-in-der-tuerkei-spaziergang-zur-revolution-im-park/14.766.175

  • "Selbstverantwortung ist die Devise! Man kann nicht für alles und jeden ein sanftes Bettchen vorsorglich ausbreiten."

    Aber das ist doch die scheinbare "all inclusive" Devise.
    Überall wird einem die totale Sicherheit und Kontrolle vorgegaukelt. Und geht mal was schief, sind immer andere schuld, ist ja klar.
    Auf Reisen kann immer was sein, und sei es das ein Flieger kaputt geht. Dafür haben auch wir schon mehr als einmal 1 bis 2 Tage in einem Schwellenland auf harten Schalenstühlen verbringen müssen.
    Keine Reise ist wie die andere und der Preiskampf bei Fluggesellschaften und Hotels tut sein übriges.
    Dafür bekommt man eben auch alles all inclusive, inkl. Pleiten.

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