Hapag-Lloyd und Møller-Mærsk
US-Justiz ermittelt gegen Containerriesen

US-Ermittler haben mehrere Manager von Container-Reedereien vorgeladen. Sie werden der Preisabsprachen verdächtigt. Im Visier steht auch Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd. Die Aktienkurse stürzten ab.
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BangaloreDie deutsche Hapag-Lloyd und andere führende Reedereien sollen US-Kartellwächtern im Rahmen einer Untersuchung wegen des Verdachts von Preisabsprachen Rede und Antwort stehen. Entsprechende Schreiben von Ermittlern des amerikanischen Justizministeriums seien bei mehreren Unternehmen eingegangen, bestätigten Branchenvertreter am Mittwoch. Neben Hapag-Lloyd erhielten auch der dänische Weltmarktführer A.P. Möller-Maersk sowie die Hongkonger Orient Overseas Container Line (OOCL) Schreiben der US-Behörden. Die Reedereien betonten, mit den Behörden zu kooperieren. Ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI bestätigte eine Untersuchung, zu Details wollte er sich ebenso wenig äußern wie das Justizministerium.

Die Schreiben seien während eines Treffens der 20 wichtigsten Reedereien in San Francisco zugestellt worden, hieß es weiter. Im US-Justizministerium waren bereits in der Vergangenheit Bedenken laut geworden, die Reeder könnten gegen Wettbewerbsregeln verstoßen. Bündnisse sind in der Branche üblich, in der Vergangenheit gab es etwa in der Europäischen Union auch Ausnahmen vom Wettbewerbsrecht. Mehrere Unternehmen streben nun zwei neue Allianzen an, in denen sie kooperieren wollen, um ihre Kosten zu drücken. Die neuen Bündnisse würden Branchenvertretern zufolge rund 45 Prozent der weltweiten Kapazitäten in der Container-Seefracht abdecken. Kritiker führen an, solche Bündnisse könnten steigende Preise mit sich bringen.

Die Branche litt lange Zeit unter Überkapazitäten und einem rasanten Verfall der Frachtraten. Der Trend hatte sich aber zuletzt nach der Pleite der südkoreanischen Container-Reederei Hanjin gedreht. Zudem steuern die Reeder mit Fusionen gegen. Unter anderem will sich Maersk mit der Oetker-Tochter Hamburg Süd zusammentun, Hapag-Lloyd mit dem arabischen Rivalen UASC fusionieren. Die Wettbewerbshüter hätten die Pläne bereits genehmigt, bekräftigte Hapag-Lloyd. Die Anleger reagierten indes beunruhigt auf die US-Untersuchungen. Hapag-Lloyd-Aktien fielen um mehr als sieben Prozent auf ein Drei-Wochentief. Auch Maersk-Aktien gaben nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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